Home / Nationale Arbeitsbeziehungen / Länder / Dänemark / Unternehmensmitbestimmung

Unternehmensmitbestimmung

In Betrieben mit 35 und mehr Beschäftigten haben die Arbeitnehmer ein Recht auf Vertretung im Leitungsgremium des Unternehmens und können ein Drittel der Mitglieder stellen.

Beschäftigte in dänischen Unternehmen, sowohl in Aktiengesellschaften (A/S) als auch in Gesellschaften  mit beschränkter Haftung (ApS) mit 35 oder mehr Beschäftigten können eine bestimmte Anzahl von Mitgliedern im Vorstand stellen. Die Zahl der gewählten Arbeitnehmervertreter beträgt die Hälfte der von den Unternehmenseigentümern bei der Hauptversammlung gewählten Vertretern, mindestens aber zwei (bzw. mindestens drei im Vorstand einer Muttergesellschaft). De facto entspricht dies einem Drittel der Mitglieder des Vorstands. Bei kleinen Vorständen oder bei einer ungeraden Zahl von Aktionärsvertretern kann die Zahl der Arbeitnehmervertreter etwas mehr als ein Drittel betragen. Bei einem Vorstand mit fünf Aktionärsvertretern beispielsweise bedeutet dies, dass die Beschäftigten des Unternehmens drei Vorstandsmitglieder stellen. Für Aktiengesellschaften gibt es ein dualistisches System, und für GmbHs kann zwischen einem monistischen und einem dualistischen System gewählt werden. In kleineren Unternehmen ist der Vorstand direkt für die Geschäftsführung zuständig. In größeren Unternehmen wird diese Aufgabe von den angestellten Führungskräften übernommen, während Mitglieder des Verwaltungsrates eine Aufsichtsfunktion wahrnehmen.

 

Die Arbeitnehmervertreter werden von der gesamten Belegschaft gewählt und haben die gleichen Rechte und Pflichten wie die anderen Mitglieder des Leitungsorgans, von Entscheidungen über Arbeitskonflikte sind sie allerdings ausgeschlossen.

 

Die Mehrheit der Arbeitnehmer (55 %) in Unternehmen mit einem Vorstand sind mit einem Mitglied im Vorstand vertreten (Stand 2011). In größeren Unternehmen sind Arbeitnehmervertreter allerdings wesentlich weiter verbreitet als in kleinen: 13 % der Betriebe mit weniger als 100 Mitarbeitern verfügen über Arbeitnehmervertreter im Vorstand oder Verwaltungsrat, bei Unternehmen mit 100-200 Beschäftigten beträgt dieser Anteil 32 %, bei Unternehmen mit 200-500 Beschäftigten 54 % und bei Unternehmen, die mehr als 500 Mitarbeiter beschäftigen, sind es 65%.[1]

 

Die Beziehungen zwischen den Vertretern der Arbeitnehmer und der Eigentümer sind in der Regel durch den Willen zum Konsens und gegenseitiges Vertrauen geprägt und beruhen auf dem gemeinsamen Interesse, das Überleben und die Weiterentwicklung des Unternehmens sicherzustellen. Aus einer Studie geht hervor, dass Arbeitnehmervertreter im Vergleich zu Eigentümervertretern eher bereit sind, über die eigenen (Arbeitnehmer-)Interessen hinaus auch allgemeinere Anliegen zu berücksichtigen, wie z.B. Umweltbelange und Interessen der lokalen Gemeinschaft.[2]

[1] Martin Lavesen & Jesper Kragh-Stetting: Håndbog for medarbejderrepræsentanter, Erhvervsskolernes Forlag 2011.

[2] Caspar Rose: Medarbejdervalgte bestyrelsesmedlemmer I danske virksomheder, in: Tidsskrift for Arbejdsliv, 7, 3, 34-50, 2005.

L. Fulton (2015) Worker representation in Europe. Labour Research Department and ETUI. Produced with the assistance of the SEEurope Network, online publication available at http://www.worker-participation.eu/National-Industrial-Relations.