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Finanzielle Mitarbeiterbeteiligung

Es liegen nur wenige Daten über die finanzielle Beteiligung der Arbeitnehmer in Litauen vor. Kapitalbeteiligungen waren Mitte der 1990er Jahre infolge der Privatisierungspolitik weiter verbreitet. Danach setzte ein rapider Rückgang ein, und viele Arbeitnehmer veräußerten ihre Aktien.

Kapitalbeteiligung

Ende 1992 befand sich nur ein geringer Teil des privatisierten Unternehmenskapitals im Besitz der Arbeitnehmer.1 Diese Situation sollte sich im Laufe der nächsten Jahre vollkommen verändern, so dass bis Ende 1995 etwa 92% der privatisierten Vermögenswerte in die Hand der Arbeitnehmer übergegangen waren. Lediglich ca. 5% der privatisierten Unternehmen hatten noch keine Kapitalbeteiligungsprogramme eingeführt. Da der Wert dieser Aktien wegen der unterwickelten Börse noch sehr niedrig war und die gesetzlichen Bestimmungen keinen Schutz für Minderheitsaktionäre aber günstige Bedingungen für Großaktionäre vorsahen, veräußerten die meisten Arbeitnehmer ihre Aktien, so dass der Beteiligungsgrad bis Ende der 1990er Jahre erheblich zurückging.

Heute bieten gemäß den Zahlen des „European Company Survey“ (ECS) aus dem Jahr 20092 – eine Befragung von mehr als 27.000 Personalverantwortlichen in Europa – nur 3% der Unternehmen ihren Mitarbeitern eine Kapitalbeteiligung an. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt die fünfte Europäische Erhebung über Arbeitsbedingungen (EWCS)3 aus dem Jahr 2010, der zufolge lediglich 0,3% der Beschäftigten in privatwirtschaftlichen Unternehmen an Kapitalbeteiligungsmodellen partizipieren. Damit nimmt Litauen im europäischen Vergleich einen der hinteren Plätze ein. Dem PEPPER IV-Bericht zufolge werden breit angelegte Aktienbeteiligungsprogramme nur von 4% der Unternehmen mit mehr als 200 Beschäftigten angeboten und nur 2,2% der Arbeitnehmer sind zur Teilnahme berechtigt.4

Die Ergebnisse des Cranet-Reports 2011 zeigen ebenfalls eine unterdurchschnittliche Verbreitung von Kapitalbeteiligungsmodellen bei Unternehmen mit 100 und mehr Mitarbeitern in Litauen.5 Insbesondere Belegschaftsaktienprogramme sind der Studie zufolge in Litauen unterdurchschnittlich verbreitet. Rund 11% der befragten Unternehmen gab an, dass in ihrem Unternehmen ein System der Aktienbeteiligung bestünde. Dieser Wert liegt deutlich unter dem Durchschnitt von 23% unter allen untersuchten Ländern.

Erfolgsbeteiligung

Dem „European Company Survey“ zufolge bieten 8% der privaten litauischen Unternehmen mit 10 oder mehr Beschäftigten ihren Mitarbeitern eine Gewinnbeteiligung an. Im europäischen Vergleich ist dieses ein unterdurchschnittlicher Wert (Durchschnittswert der 30 untersuchten europäische Länder: 14 %). Der Verbreitungsgrad von Gewinnbeteiligungsmodellen steigt auch in Litauen mit der Unternehmensgröße. So hatten 6% der Unternehmen mit 10-49 Beschäftigten, 17% der Unternehmen mit 50-199 Mitarbeitern und 20% der Unternehmen mit 200 und mehr Beschäftigten ein Gewinnbeteiligungsmodell. Die fünfte Europäische Erhebung über Arbeitsbedingungen (EWCS) aus dem Jahr 2010 kommt zu ähnlichen Befunden. Demnach beträgt der Verbreitungsgrad von Erfolgsbeteiligungsprogrammen in privatwirtschaftlichen Unternehmen in Litauen 10,3%.6

Dem PEPPER IV Bericht zufolge boten im Jahr 2007 36% der litauischen Unternehmen mit mehr als 200 Beschäftigen eine Erfolgsbeteiligung an. 36,4% der Mitarbeiter waren zu einer Teilnahme berechtigt.7

Genossenschaften

1990 gab es in Litauen etwa 4.500 Genossenschaften, in denen ungefähr 5% der Arbeitnehmerschaft beschäftigt waren. Nachdem die Regierung 1993 die Tätigkeit und Eigentumsverhältnisse von Genossenschaften gesetzlich neu regelte, wurden verschiedene Arten von Genossenschaften gegründet.

Wilke, Maack und Partner (2014) Länderberichte über finanzielle Mitarbeiterbeteiligung in Europa. Erstellt für www.worker-participation.eu. Die Berichte wurden erstmals 2007 veröffentlicht und 2014 vollständig aktualisiert.