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Finanzielle Mitarbeiterbeteiligung

In Rumänien sind die verschiedenen Formen finanzieller Mitarbeiterbeteiligung nicht weit verbreitet. Insbesondere Erfolgsbeteiligungsmodelle sind im europäischen Vergleich nur unterdurchschnittlich vorhanden.

In 15 Jahren Übergangszeit seit dem Ende des kommunistischen Regimes sind nur 40% aller großen Unternehmen und rund zwei Drittel der mittleren Unternehmen privatisiert worden. Ein Drittel aller zu privatisierenden Betriebe wurden mit Hilfe der MEBO-Methode privatisiert, mit einer durchschnittlichen Kapitalbeteiligung von 65%.

1999 wurden “Minority Interest Sales” (Veräußerung von Minderheitsaktien an die Beschäftigten) eingeführt, bei denen zwischen 12.000 und 18.000 Arbeitnehmer hauptsächlich im Bankensektor Aktien im Wert von 50-70 Millionen Euro, bzw. 8 bis 10% der von den Unternehmen ausgegebenen Aktien erwarben.

Eine geldmäßige Erfolgsbeteiligung ist verpflichtend in Unternehmen und autonomen Regiebetrieben, die in den Geltungsbereich nationaler Tarifverträge fallen. Sie beträgt 10% des Nettoerfolgs bei Unternehmen bzw. 5% bei autonomen Regiebetrieben. Ende 2003 belief sich der Anteil direkt ausgezahlter Erfolgsbeteiligungen auf durchschnittlich 2,2% der Arbeitskosten, 70,3% wurden aus Mitteln für Gehälter einschließlich Prämien und Zuwendungen verteilt.

Laut den Ergebnissen der fünften Europäischen Erhebung über Arbeitsbedingungen (EWCS, 2012) bieten 1,9% aller privatwirtschaftlichen Unternehmen in Rumänien Kapitalbeteiligungsprogramme und circa 4,6% Erfolgsbeteiligungsprogramme an.1

Dem „European Company Survey“, einer Befragung von mehr als 27.000 Personalverantwortlichen in Europa aus dem Jahr 2009 zufolge bieten 7% der privaten Unternehmen in Rumänien mit 10 oder mehr Beschäftigten ihren Mitarbeitern eine Gewinnbeteiligung an. Im europäischen Vergleich ist dieses ein unterdurchschnittlicher Wert (Durchschnittswert der 30 untersuchten europäische Länder: 14%). Der Verbreitungsgrad von Gewinnbeteiligungsmodellen steigt mit der Unternehmensgröße leicht an. So hatten 6% der Unternehmen mit 10-49 Beschäftigten, 11% der Unternehmen mit 50-199 Mitarbeitern und 16% der Unternehmen mit 200 und mehr Beschäftigten ein Gewinnbeteiligungsmodell. Nach den Ergebnissen des „European Company Survey“ bieten 11% der privaten Unternehmen in Rumänien ihren Mitarbeitern Modelle der Kapitalbeteiligung an. Damit liegt Rumänien weit über dem europäischen Durchschnitt von etwas mehr als 5%.2 Dem PEPPER IV Bericht zufolge boten 2007 19,9% der rumänischen Unternehmen mit über 200 Beschäftigten breit angelegte Kapitalbeteiligungsprogramme an, von denen ein großer Teil der Belegschaft profitieren kann. Gewinnbeteiligungen für eine breite Basis wurden von 42% der betrachteten Unternehmen angeboten.3 Den Ergebnissen des „Annual Economic Survey of Employee Ownership in European Countries in 2012“ bieten 20% der größten Unternehmensgruppen des Landes breit angelegte (Kapital-)Beteiligungsprogramme für die ganze Belegschaft an. Dieser Wert liegt weit unter dem europäischen Durchschnitt (53,3%).4

Das rumänische Genossenschaftswesen hat nach 1989 seine Bedeutung verloren. 2003 gab es nur noch 17.000 Genossenschaftsmitglieder, dies entspricht circa 0,2% der Arbeitnehmer in Rumänien.

Wilke, Maack und Partner (2014) Länderberichte über finanzielle Mitarbeiterbeteiligung in Europa. Erstellt für www.worker-participation.eu. Die Berichte wurden erstmals 2007 veröffentlicht und 2014 vollständig aktualisiert.