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Finanzielle Mitarbeiterbeteiligung

Die belgischen Gewerkschaften stehen der finanziellen Beteiligung von Mitarbeitern kritisch gegenüber.

 

Die beiden wichtigsten Gewerkschaftsorganisationen in Belgien – die christlichen und die sozialistischen Gewerkschaften – lehnen die finanzielle Beteiligung von Arbeitnehmern ab. Dies steht im Gegensatz zur Position der Arbeitgeberverbände, die finanzielle Beteiligungsmodelle befürworten. Nach Auffassung der Gewerkschaften wird durch finanzielle Mitarbeiterbeteiligung der Konflikt zwischen Arbeit und Kapital aufgeweicht. Allenfalls als zusätzliche Gratifikation für die Arbeitnehmer wird die finanzielle Beteiligung akzeptiert („on top“), sie darf jedoch keinesfalls das reguläre Einkommen ganz oder teilweise ersetzen. Gewinnbeteiligungsmodelle finden bei den belgischen Gewerkschaften mehr Unterstützung als Kapitalbeteiligungsmodelle.1 Da die Gewerkschaften in Belgien eine starke Position in Rahmen der industriellen Beziehungen haben, ist ihre Haltung zur finanziellen Mitarbeiterbeteiligung von großer Bedeutung.

 

Wilke, Maack und Partner (2014) Länderberichte über finanzielle Mitarbeiterbeteiligung in Europa. Erstellt für www.worker-participation.eu. Die Berichte wurden erstmals 2007 veröffentlicht und 2014 vollständig aktualisiert.