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Finnland  Finnland

Länderfakten

Bevölkerung5,401,267
Tarifvertragliche Abdeckung 91%
Gewerkschaftlicher Organisationsgrad 74%
Hauptebene von Tarifverhandlungen

Branche – aber viel wird den Verhandlungen auf Unternehmensebene überlassen

Betriebliche Interessensvertretung

Gewerkschaft

Unternehmensmitbestimmung

ja: staatliche und private Unternehmen

Unternehmensstruktur

monistisch oder dualistisch

Sources: see individual country sections; where a range of figures has been quoted, the lower number has been taken

Gewerkschaften

Der gewerkschaftliche Organisationsgrad ist hoch in Finnland, denn fast drei Viertel der finnischen Arbeitnehmer gehören einer Gewerkschaft an. Die einzelnen Gewerkschaften verfügen über eine erhebliche Autonomie und sind in drei Gewerkschaftsbünden zusammengeschlossen – SAK, STTK und AKAVA – welche die Arbeitnehmergruppen nach Kriterien wie Beruf und Bildungsstand organisieren.

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Tarifverhandlungen

Bis vor kurzem dominierten in Finnland zentralisierte Tarifverhandlungen. Diese führten zu einer nationalen Vereinbarung, die den Rahmen für Lohnerhöhungen auf den untergeordneten Ebenen vorgab. Im Rahmen der Lohnrunde 2007 schienen sich die Tarifverhandlungen dauerhaft auf die Branchenebene verlagert zu haben, mit zudem mehr Raum für Tarifverhandlungen auf Unternehmensebene. 2011 wurde dann wieder eine nationale Rahmenvereinbarung unterzeichnet, deren Geltungsbereich jedoch etwas enger gefasst ist als früher.

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Betriebliche Interessensvertretung

Auf der betrieblichen Ebene werden die Interessen der Arbeitnehmer vornehmlich von den Gewerkschaftsvertretern oder in Ermangelung dieser von gewählten Vertretern wahrgenommen und nicht durch gesetzliche Strukturen. In Unternehmen und anderen Organisationen mit 20 oder mehr Beschäftigten (bis 2007 Unternehmen mit 30 oder mehr Arbeitnehmern) verleiht die Gesetzgebung den Gewerkschaftsvertretern das Recht, an so genannten Kooperationsverhandlungen teilzunehmen.

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Unternehmensmitbestimmung

In Unternehmen mit mindestens 150 Beschäftigten haben die Arbeitnehmer ein Recht auf Mitbestimmung bei Entscheidungen der Geschäftsleitung. Zu diesem Zweck kann eine Vereinbarung zwischen dem Unternehmen und den Arbeitnehmervertretern abgeschlossen werden. Wenn keine solche Vereinbarung abgeschlossen wird, entscheidet das Unternehmen, auf welcher Ebene Arbeitnehmervertreter beteiligt werden: im Leitungsorgan des Unternehmens, in einem speziell hierfür eingerichteten Aufsichtsrat oder auf der Leitungsebene der einzelnen Geschäftseinheiten.

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Europäische Interessensvertretung

Die Verfahren für die Bestellung der finnischen Vertreter in europäischen Gremien, d.h. sowohl in Europäischen Betriebsräten als auch in den Gremien der Europäischen Aktiengesellschaft, sind nicht in allen Einzelheiten gesetzlich geregelt. Die Vertreter werden von den Arbeitnehmern, das heißt in der Regel von den Gewerkschaftsvertretern im Betrieb gemäß den betrieblichen Verfahrensweisen und meist ohne spezifische Wahl bestellt. Auffangregelungen treten nur in Kraft, wenn keine Einigung über die Bestellungsweise erzielt werden kann.

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Vertretung im Bereich des Arbeitsschutzes

Die Arbeitnehmervertretung im Bereich des Arbeitsschutzes erfolgt hauptsächlich durch gewählte Arbeitsschutzbeauftragte, in größeren Unternehmen ist auch ein Arbeitsschutzausschuss mit Vertretern der Arbeitnehmer und der Unternehmensleitung einzurichten. Die Beschäftigten sollen mit dem Arbeitgeber zusammenarbeiten, um den Gesundheitsschutz und die Sicherheit am Arbeitsplatz sicherzustellen, aber sie haben auch das Recht, bei unmittelbarer und ernster Gefahr die Arbeit zu unterbrechen.

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Finanzielle Mitarbeiterbeteiligung

Seit den 1990er Jahren wird die finanzielle Mitarbeiterbeteiligung, insbesondere die Beteiligung am Unternehmensgewinn, von der finnischen Regierung gefördert, vor allem durch neue Rechtsvorschriften und Initiativen. Die letzte Gesetzesreform trat zum 1. Januar 2011 in Kraft.

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