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Finanzielle Mitarbeiterbeteiligung

Seit den 1990er Jahren wurden die gesetzlichen Rahmenbedingungen für Modelle mit verzögerter Gewinnausschüttung verbessert. Finanzielle Mitarbeiterbeteiligungsprogramme werden in staatlichen Unternehmen häufiger angewendet als im privaten Sektor.

Gerade Erfolgsbeteiligungsprogramme sind in Finnland weit verbreitet.1 Nach einer Studie von Jones et al. (2012) werden Mitarbeiterbeteiligungsprogramme häufiger in staatlichen Unternehmen sowie Genossenschaften als im privaten Sektor angeboten.2

Gewinnbeteiligung

Systeme verzögerter Gewinnausschüttung sind die am weitesten verbreiteten Modelle finanzieller Mitarbeiterbeteiligung. Sie bieten steuerliche Anreize für die Arbeitgeber und werden staatlich gefördert, um eine langfristige Vermögensbildung der Arbeitnehmer zu gewährleisten.

Kapitalbeteiligung

Die Förderung von Aktienbesitz der Mitarbeiter erfolgt in der Regel durch die Ausgabe von Belegschaftsaktien. Das Einkommenssteuerrecht ermöglicht Arbeitnehmern, Aktien zum Vorzugspreis zu erwerben. Solange der Nachlass höchstens 10% beträgt und für die Mehrheit der Mitarbeiter zugänglich ist, fallen keine Steuern für den Nachlass an.

Seit 1990 sind Belegschaftsfonds eine häufige Form der finanziellen Mitarbeiterbeteiligung. Zwischen 1990 und 2007 wurden 82 Belegschaftsfonds eingerichtet, 28 davon wurden wieder aufgegeben. Die bestehenden aktiven Fonds decken mit 126.000 teilnehmenden Beschäftigten 5% der finnischen Arbeitnehmer ab. Seit Mitte der 1990er verloren die Fonds u.a. aufgrund einer Entwicklung hin zu leistungsorientierter Bezahlung an Beliebtheit, allerdings wurden 2005 acht neue Fonds registriert – mehr als in allen anderen Jahren zuvor.3

Wilke, Maack und Partner (2014) Länderberichte über finanzielle Mitarbeiterbeteiligung in Europa. Erstellt für www.worker-participation.eu. Die Berichte wurden erstmals 2007 veröffentlicht und 2014 vollständig aktualisiert.