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Frankreich  Frankreich

Länderfakten

Bevölkerung65,327,724
Tarifvertragliche Abdeckung 98%
Gewerkschaftlicher Organisationsgrad 8%
Hauptebene von Tarifverhandlungen

Branche und Unternehmen

Betriebliche Interessensvertretung

Gewerkschaft und Betriebsrat/Belegschaftsvertreter – in gewerkschaftlich organisierten Betrieben dominiert aber in der Regel die Gewerkschaft

Unternehmensmitbestimmung

ja: staatliche und private Unternehmen

Unternehmensstruktur

monistisch oder dualistisch (Wahlmöglichkeit)

Sources: see individual country sections; where a range of figures has been quoted, the lower number has been taken

Gewerkschaften

Frankreich gehört mit 8 % zu den Ländern Europas mit dem geringsten gewerkschaftlichen Organisationsgrad. Die französische Gewerkschaftsbewegung spaltet sich auf in verschiedene rivalisierende Gewerkschaftsbünde, die um Mitglieder konkurrieren. Die wichtigsten Bünde sind CGT, CFDT, FO, CFTC und CFE-CGC. Trotz des geringen Organisationsgrades und der Aufspaltung genießen die Gewerkschaften jedoch eine hohe Unterstützung bei den Wahlen für die Arbeitnehmervertreter und sind in der Lage, die französischen Arbeitnehmer mit Erfolg zu mobilisieren.

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Tarifverhandlungen

Tarifverhandlungen finden auf nationaler, Branchen- und Unternehmensebene statt, und auf jeder Ebene ist genau festgelegt, wer verhandelt und unter welchen Bedingungen eine Vereinbarung gültig ist. Hinsichtlich der Zahl der tarifvertraglich abgesicherten Arbeitnehmer stellt die Branchenebene die wichtigste Verhandlungsebene dar, allerdings werden in Branchentarifverträgen Lohnsätze festgelegt, die im Allgemeinen deutlich unter den tatsächlich gezahlten Löhnen liegen.

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Betriebliche Interessensvertretung

In Frankreich erfolgt die Arbeitnehmervertretung auf betrieblicher Ebene durch ein komplexes System, das sowohl gewerkschaftliche als auch direkt von der gesamten Belegschaft gewählte Strukturen umfasst. In gewerkschaftlich organisierten Betrieben spielt der Gewerkschaftsdelegierte eine zentrale Rolle.

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Unternehmensmitbestimmung

 

2013 ist ein Gesetz verabschiedet worden, das die Verpflichtung zur Unternehmensmitbestimmung erheblich ausweitet. Während früher nur staatliche und privatisierte Unternehmen dieser Verpflichtung unterlagen, müssen künftig auch alle sehr großen Unternehmen mindestens einen Arbeitnehmervertreter an ihrem Leitungsorgan beteiligen, zusätzlich zu den Vertretern der Arbeitnehmeraktionäre und den Arbeitnehmervertretern, die an den Sitzungen des Verwaltungs- oder Aufsichtsrats teilnehmen können aber nicht Mitglied des Gremiums sind.

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Europäische Interessensvertretung

Die französischen Vertreter in den europäischen Betriebsräten und im Vertretungsorgan der Europäischen Aktiengesellschaft werden von den Gewerkschaften bestellt. Für die Unternehmensmitbestimmung in der Europäischen Aktiengesellschaft gelten andere Vorschriften – hier entscheidet das Vertretungsorgan über das Verfahren für die Auswahl der Arbeitnehmervertreter.

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Vertretung im Bereich des Arbeitsschutzes

Die Beteiligung der Beschäftigten am Arbeitsschutz erfolgt in erster Linie über die Arbeitnehmervertreter im Arbeitsschutzausschuss. Dieser Ausschuss muss zu einer Vielzahl von Themen konsultiert werden und hat unter bestimmten Bedingungen das Recht, einen externen, vom Arbeitgeber bezahlten Sachverständigen hinzuzuziehen.

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Finanzielle Mitarbeiterbeteiligung

Frankreich blickt auf eine lange Tradition der finanziellen Mitarbeiterbeteiligung zurück. Im europäischen Vergleich zählt Frankreich hinsichtlich des Verbreitungsgrades von Beteiligungsmodellen zur Spitzengruppe. Mitarbeiterbeteiligung wird dort staatlich stärker gefördert als in anderen Ländern. Unternehmen mit über 50 Mitarbeitern sind per Gesetz zur Erfolgsbeteiligung der Arbeitnehmer verpflichtet.

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