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Finanzielle Mitarbeiterbeteiligung

In Frankreich ist die Einführung von Beteiligungssystemen nicht einseitig (durch den Arbeitgeber), sondern nur nach Verhandlungen mit den Sozialpartnern möglich. Auf nationaler Ebene nehmen die zentralen Gewerkschaften eine eher ablehnende Haltung gegenüber Beteiligungssystemen ein.

 

In französischen Gewerkschaftskreisen wird die Frage der Mitarbeiterbeteiligung, vor allem der Gewinnbeteiligung, intensiv thematisiert. Tendenziell nehmen die Gewerkschaften, die in erster Linie Arbeiter vertreten, eine kritische Haltung gegenüber solchen finanziellen Beteiligungssystemen für Angestellte ein, die Einkommensunterschiede zwischen Arbeitern und Angestellten tendenziell vergrößern. Die Gewerkschaften lehnen Formen der Beteiligung ab, wenn sie fixes Einkommen ersetzen. Demgegenüber wird die finanzielle Beteiligung der Arbeitnehmer unterstützt, wenn sie die bisherige Entlohnung ergänzt und gleichzeitig den Einfluss der Arbeitnehmer auf unternehmerische Entscheidungen erhöht.

 

Im Jahr 2002 haben die vier Gewerkschaften CFE-CGC, CFDT, CFTC und CGT einen Gewerkschaftsrat für betriebliche Vermögensbildung CIES (Comité intersyndical de l’épargne salariale) gegründet. Dieser soll die Aufgabe übernehmen, die verschiedenen Anlageformen, die den Arbeitnehmern angeboten werden, zu begutachten. Ziel ist die Förderung von Beteiligungsangeboten von Banken, Versicherungen und paritätische Einrichtungen, die den Interessen der Arbeitnehmer insbesondere mit Blick auf die Qualität und die Verwaltungskosten der angebotenen Dienstleistungen aus gewerkschaftlicher Perspektive am besten entsprechen.

Wilke, Maack und Partner (2014) Länderberichte über finanzielle Mitarbeiterbeteiligung in Europa. Erstellt für www.worker-participation.eu. Die Berichte wurden erstmals 2007 veröffentlicht und 2014 vollständig aktualisiert.