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Finanzielle Mitarbeiterbeteiligung

In den 1970er Jahren gesetzlichen Bestimmungen für die finanzielle Beteiligung der Arbeitnehmer getroffen. 1984, 1987, 1990 und 1994 wurden weitere Gesetze umgesetzt, die Steueranreize für Arbeitnehmer und Arbeitgeber vorsahen.

 

 

Seit 1974 (Gesetz 396/1974) konnten Unternehmen, die Aktien an ihre Beschäftigten übertragen, Steuererleichterungen in Anspruch nehmen, sofern für diese Aktien eine Sperrfrist von 5 Jahren eingehalten wurde.1 Ab 1984 und bis Mitte der 1990er Jahre wurden noch mehrere Gesetze verabschiedet, die bei der Durchführung von finanziellen Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen Vergünstigungen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber vorsahen.

 

Seit 1984 war die Übertragung von Aktien an Arbeitnehmer durch Schenkung oder Hinterlassenschaft steuerlich begünstigt, sofern mit diesen Aktien in den ersten fünf Jahren nach ihrer Übertragung nicht gehandelt wurde. Um diese Bestimmungen systematisch umsetzen zu können, wurde den Unternehmen zunächst das Recht eingeräumt, ihre eigenen Aktien zu erwerben, um sie an ihre Beschäftigten zu verteilen. Diese Vorbedingungen für Beteiligungsprogramme wurden durch Gesetz Nr. 1682/1987 geregelt. Die Verteilung der Belegschaftsaktien wurde durch Gesetz Nr. 1731/1987 geregelt. Somit konnten Unternehmen ab Anfang der 90er Jahre Aktien an die eigene Belegschaft oder die Mitarbeiter von Tochterunternehmen ausgeben.

 

Für die Ausgabe von Belegschaftsaktien war ein entsprechender Beschluss der Hauptversammlung notwendig. Den Unternehmen standen folgende Möglichkeiten zur Verfügung, um eigene Aktien zu erwerben und an ihre Beschäftigten zu verteilen:2

a) Erwerb von börsennotierten Aktien

 

Den Mitarbeitern wurden Aktienbezugsrechte gewährt, die innerhalb von 5 Jahren ausgeübt werden mussten. Einschließlich der Bezugsrechte konnten bis zu 10% des Aktienkapitals des Unternehmens an die Mitarbeiter verteilt werden. Die Verteilung musste innerhalb von 12 Monaten nach dem Beschluss der Hauptversammlung erfolgen.

 

 

b) Kapitalerhöhung durch Ausgabe neuer Aktien

 

Bei einer aus Gewinnen finanzierten Kapitalerhöhung (mit anschließender Ausgabe von Belegschaftsaktien zur Deckung der Kapitalerhöhung) durfte der dafür verwendete Anteil höchstens 20% der Gesamtgewinne betragen. Die Aktien können in den ersten drei Jahren nicht ohne Zustimmung der Hauptversammlung übertragen werden. Erst nach diesem Zeitraum wurden sie in Inhaberaktien umgewandelt, die frei übertragbar waren. Die Arbeitnehmer zahlten auf das Einkommen aus diesen Aktien keine Steuern und keine Sozialversicherungsbeiträge. Die auf Belegschaftsaktien gezahlten Dividenden und Zinsen unterlagen der Einkommenssteuer. Für die Unternehmen waren die für Belegschaftsaktien aufgewandten Mittel bis zu einer Höhe von 20% des Gesamtgewinns steuerfrei.

 

 

Die im europäischen Vergleich sehr komplexe Gesetzgebung in Griechenland – basierend auf vielen verschiedenen „Rechtsquellen“ und restriktiven Bedingungen zur Einführung von Beteiligungsmodellen in Aktiengesellschaften – wirkte auch vor der Wirtschafts- und Finanzkrise eher hemmend auf die Verbreitung finanzieller Mitarbeiterbeteiligung.3

Wilke, Maack und Partner (2014) Länderberichte über finanzielle Mitarbeiterbeteiligung in Europa. Erstellt für www.worker-participation.eu. Die Berichte wurden erstmals 2007 veröffentlicht und 2014 vollständig aktualisiert.