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Finanzielle Mitarbeiterbeteiligung

Die von der irischen Regierung ergriffenen Maßnahmen zur Entwicklung und Verbesserung der Gesetzes- und Steuervorschriften in den 1990er Jahren hatten zeitweilig zu einer Zunahme von Erfolgsbeteiligungs- und Kapitalbeteiligungsprogrammen geführt. Danach ist ihre Zahl allerdings wieder gesunken. Aktuell beträgt die Verbreitung von Erfolgsbeteiligungsmodellen in privaten Unternehmen mit zehn oder mehr Beschäftigten gemäß dem „European Company Survey“ 11%. Modelle von Kapitalbeteiligungen sind in 6% der irischen Unternehmen zu finden.

 

 

In Irland hat die Regierung in den 1980er Jahren Initiativen zur Unterstützung finanzieller Beteiligungsprogramme eingeleitet, die auch dazu führten, dass sich Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften an der Diskussion beteiligten. Gewerkschaften und Arbeitnehmervertreter haben diese Programme als Form der finanziellen Beteiligung und als Unterstützung für Partnerschaftsinitiativen auf Unternehmensebene begrüßt.1

Im Jahr 2000 wurde eine Partnerschaftsvereinbarung (Programme for Prosperity & Fairness) auf nationaler Ebene geschlossen, die eine Reihe von Bestimmungen bezüglich der breiteren Anwendung von Systemen zur finanziellen Beteiligung der Arbeitnehmer am Unternehmen vorsieht. Die Vereinbarung umfasst neue Möglichkeiten bei der Gehaltsfestsetzung und bei den Entgeltverfahren, zu denen auch Mitarbeiterkapital- und Erfolgsbeteiligungssysteme gehören. Die „Partnerschaftsklausel“ sieht die freiwillige Durchführung eines finanziellen Beteiligungsprogramms vor: „Die Regierung und die Sozialpartner erkennen die Rolle von Arbeitnehmer- Kapitalbeteiligungs-Treuhandfonds (ESOT), Leistungsbeteiligung, Erfolgsbeteiligung und anderen finanziellen Anreizsystemen zugunsten der Arbeitnehmer für den Ausbau und die Vertiefung der Partnerschaft und für die Steigerung der Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit an“. 2 Ferner wurde ein beratender Ausschuss mit Vertretern des Irischen Unternehmens- und Arbeitgeberverbands (IBEC), des Irischen Gewerkschaftsbundes (ICTU) und der zuständigen Ministerien und Regierungsstellen eingerichtet, um Impulse für die Stärkung der finanziellen Beteiligung zu geben und diesbezügliche Vorschläge, insbesondere zu steuerlichen Fragen, zu erarbeiten.

 

In den letzten zwei Jahrzehnten vor Eintreten der Wirtschafts- und Finanzkrise im Jahr 2008/2009 hatten sich die sozioökonomischen Bedingungen in Irland grundlegend gewandelt. Aus dem vorhergehenden Wirtschaftsboom ergaben sich eine Reihe von Herausforderungen, darunter der dringende Bedarf an neuen Vergütungssystemen wie Erfolgs- und Leistungsbeteiligungsprogrammen. Die irische Regierung wie die Sozialpartner erkannten die Notwendigkeit, neue Formen der finanziellen Beteiligung einzuführen. Daher wurde akzeptiert, dass der Schwerpunkt stärker auf die Förderung neuer finanzieller Beteiligungsformen auf Unternehmensebene gelegt werden sollte. Bis zum Eintreten der Wirtschafts- und Finanzkrise spielten günstige steuerliche Rahmenbedingungen in Irland eine Schlüsselfunktion bei der Förderung des Wachstums von genehmigten Erfolgsbeteiligungsprogrammen.

Wilke, Maack und Partner (2014) Länderberichte über finanzielle Mitarbeiterbeteiligung in Europa. Erstellt für www.worker-participation.eu. Die Berichte wurden erstmals 2007 veröffentlicht und 2014 vollständig aktualisiert.