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Italien  Italien

Länderfakten

Bevölkerung59,394,207
Tarifvertragliche Abdeckung 80%
Gewerkschaftlicher Organisationsgrad 35%
Hauptebene von Tarifverhandlungen

Branche

Betriebliche Interessensvertretung

Gewerkschaft – allerdings weitgehend von der gesamten Belegschaft gewählt

Unternehmensmitbestimmung

nein

Unternehmensstruktur

monistisch oder dualistisch (Wahl)

Sources: see individual country sections; where a range of figures has been quoted, the lower number has been taken

Gewerkschaften

In Italien gibt es mehr Gewerkschafter als in allen anderen Ländern der EU. Da jedoch die Hälfte davon Rentner sind, ergibt sich ein gewerkschaftlicher Organisationsgrad von rund einem Drittel. Es gibt drei große Gewerkschaftsbünde, CGIL, CISL und UIL, die sich ursprünglich nach ihren politischen Zielsetzungen voneinander unterschieden, aber diese Abgrenzung ist heute weniger deutlich.

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Tarifverhandlungen

In Italien finden Tarifverhandlungen in der Privatwirtschaft hauptsächlich auf zwei Ebenen statt, auf Branchenebene und auf Unternehmensebene. Durch das Abkommen, das im Januar 2009 abgeschlossen wurde, wurde das System jedoch geändert. Dieses Abkommen, das von einigen Gewerkschaftsbünden, aber nicht vom größten unterzeichnet wurde, hat zu einer Verlagerung zwischen beiden Verhandlungsebenen und zur Spaltung der Gewerkschaften geführt.

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Betriebliche Interessensvertretung

Bei den wichtigsten Arbeitnehmervertretungsorganen in Italien – den RSU – handelt es sich im Wesentlichen um Gewerkschaftsvertretungen, auch wenn sie in den meisten Fällen von der gesamten Belegschaft gewählt werden. Die Gewerkschaften schlagen die Kandidaten für zwei Drittel der Mitglieder vor, die direkt von der Belegschaft gewählt werden, und wählen die übrigen Mitglieder selbst aus.

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Unternehmensmitbestimmung

Es gibt in Italien kein Recht auf Unternehmensmitbestimmung, und daran wird sich trotz eines neuen Gesetzes, das die Einführung dieses Rechtes vorschlägt, wahrscheinlich nichts ändern.

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Europäische Interessensvertretung

Generell werden die italienischen Vertreter in europäischen Gremien von den Gewerkschaften und vom Gewerkschaftsorgan auf Betriebsebene (RSU) bestellt. Die Verfahren für die einzelnen Gremien weichen jedoch geringfügig voneinander ab.

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Vertretung im Bereich des Arbeitsschutzes

Im Bereich des Arbeitsschutzes werden die Arbeitnehmer in kleineren Unternehmen durch von der Belegschaft direkt gewählte Arbeitsschutzbeauftragte, so genannte Sicherheitssprecher vertreten, in Unternehmen mit mehr als 15 Beschäftigten werden diese Aufgaben von den Gewerkschaftsvertretungen im Betrieb wahrgenommen. Es gibt keine gemeinsamen Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Gremien für Arbeitsschutz, aber der Arbeitgeber und die mit Arbeitsschutzaufgaben betrauten Mitarbeiter des Unternehmens treten einmal pro Jahr oder bei wesentlichen Änderungen zusammen. In Italien gibt es auch territoriale Sicherheitssprecher für kleinere Betriebe, die keinen eigenen Sicherheitssprecher haben.

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Finanzielle Mitarbeiterbeteiligung

Italien gehört zu den Ländern Europas, in denen die finanzielle Beteiligung der Arbeitnehmer am wenigsten verbreitet ist. Zwar wurden in den 1990er Jahren mehrere Reformen durchgeführt, um die wichtigsten Hindernisse für eine stärkere Verbreitung der finanziellen Mitarbeiterbeteiligung in Italien zu überwinden, aber die geschlossene Haltung der Gewerkschaften in dieser Frage und das geltende Gesellschaftsrecht erschwerten eine Entwicklung in diese Richtung. Der Plan für ein neues Gesetz zur Mitarbeiterbeteiligung wurde in Italien zwar 2011/2012 diskutiert, ist aber bis heute nicht umgesetzt worden.

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