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Finanzielle Mitarbeiterbeteiligung

In der italienischen Gesetzgebung gibt es nur wenige gesetzliche Bestimmungen, welche eine finanzielle Beteiligung der Arbeitnehmer am Unternehmen fördern.

 

Artikel 46 der italienischen Verfassung1 unterstreicht das Recht des Arbeitnehmers, in den vom Gesetz bestimmten Formen und Grenzen an der Leitung des Unternehmens mitzuwirken. Nach Artikel 47 der Verfassung begünstigt die Republik den Erwerb von Besitz durch die „Sparer“ sowie ihre mittelbare und unmittelbare Beteiligung am Aktienkapital der großen Produktionsunternehmen des Landes.

 

Artikel 3.1 des Gesetzes 314/1997 sieht Steuervergünstigungen für Unternehmen vor, die neue Aktien zu Vorzugsbedingungen für ihre eigenen Beschäftigten ausgeben.

 

Gesetz 58/1998 bestätigt das Recht der Arbeitnehmer, im eigenen Unternehmen Aktienbezugsrechte auszuüben.

 

2007 stieg das Interesse für finanzielle Mitarbeiterbeteiligung in Italien in der öffentlichen Diskussion etwas an und neue Ideen zur Verbesserung der Attraktivität von Beteiligungsprogrammen durch Steueranreize wurden ausgearbeitet. Die Regierungsinitiative wurde sowohl von den Gewerkschaften als auch von den Arbeitgeberverbänden unterstützt und im Haushalt von 2009 durch das Gesetz Nr. 126/2008 ausgeweitet.

 

Im Dezember 2009 unterzeichneten die italienische Regierung und die meisten nationalen Gewerkschaften und Arbeitgeberorganisationen eine gemeinsame Stellungnahme zur Förderung von finanzieller Mitarbeiterbeteiligung in Vorbereitung einer Gesetzgebung in diesem Bereich.2 Bisher sind aber keine entsprechenden gesetzlichen Regelungen in Kraft getreten.

Wilke, Maack und Partner (2014) Länderberichte über finanzielle Mitarbeiterbeteiligung in Europa. Erstellt für www.worker-participation.eu. Die Berichte wurden erstmals 2007 veröffentlicht und 2014 vollständig aktualisiert.