Home / Nationale Arbeitsbeziehungen / Länder / Italien / Unternehmensmitbestimmung

Unternehmensmitbestimmung

Es gibt in Italien kein Recht auf Unternehmensmitbestimmung, und daran wird sich trotz eines neuen Gesetzes, das die Einführung dieses Rechtes vorschlägt, wahrscheinlich nichts ändern.

 

 

Seit 2003 haben italienische Unternehmen die Wahl zwischen drei Formen der Unternehmensführung:1 Entweder sie entscheiden sich für eine der beiden Formen, die auch in anderen europäischen Ländern zu finden sind - ein monistisches System mit einem Verwaltungsrat oder ein dualistisches System mit Vorstand und Aufsichtsrat – oder für ein spezifisches System, das nur in Italien besteht. Bei dieser Form der Unternehmensführung gibt es einen Vorstand und einen Aufsichtsrat, aber beide werden von den Aktionären gewählt und der Aufsichtsrat nimmt keine Überwachungsaufgaben sondern eine Revisionsfunktion wahr. Die Arbeitnehmer sind nicht in diesen Gremien vertreten – das Gesetz von 2003 schreibt sogar ausdrücklich vor, dass die Beschäftigten des Unternehmens nicht in den Aufsichtsrat gewählt werden können.

 

 

Diese Situation könnte sich durch ein Gesetz der Monti-Regierung von 2012 ändern.2 Dieses sieht die Einführung ausführlicher gesetzlicher Bestimmungen vor, die Aktiengesellschaften mit einem dualistischen System und mehr als 300 Beschäftigten ermöglicht, Arbeitnehmer an ihrem Aufsichtsrat zu beteiligen, die die gleichen Rechte genießen wie die anderen Aufsichtsratsmitglieder. Die Unternehmen sind allerdings nicht dazu verpflichtet, und bislang haben nur wenige italienische Aktiengesellschaften von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht.

 

 

Außerdem hängt die Durchführung dieser Maßnahme von der Verabschiedung eines weiteren Gesetzes ab, die nach dem Regierungswechsel eher unwahrscheinlich ist. Somit wird sich vermutlich in diesem Bereich doch nichts ändern

L. Fulton (2013) Arbeitnehmervertretung in Europa. Labour Research Department und ETUI. Erstellt mit Unterstützung des SEEurope Netzwerks. Online-Publikation, verfügbar unter http://de.worker-participation.eu.