Home / Nationale Arbeitsbeziehungen / Länder / Norwegen / Finanzielle Beteiligung

Finanzielle Mitarbeiterbeteiligung

Im europäischen Vergleich sind finanzielle Mitarbeiterbeteiligungsprogramme in Norwegen heute relativ weit verbreitet. Seit den 1980er Jahren sind Erfolgs- und Kapitalbeteiligungsprogramme in großen norwegischen Unternehmen üblich.

In den vergangen zwei Jahrzehnten haben mehr und mehr norwegische Unternehmen Erfolgsbeteiligungs- oder Kapitalbeteiligungsmodelle eingeführt.1 Damit begann der Ausbau von finanziellen Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen in Norwegen etwas später als in den meisten anderen europäischen Ländern.2 Obwohl Norwegen nach den Zahlen der fünften Europäischen Erhebung über Arbeitsbedingungen (EWCS) hinsichtlich der Verbreitung von Kapitalbeteiligungen unter Arbeitnehmern im vorderen Drittel der untersuchten Länder liegt, wird von diesen Arbeitnehmern nur eine vergleichsweise geringe Summe des Kapitals gehalten. Nach den Ergebnissen des „Annual Economic Survey of Employee Ownership in European Countries” aus dem Jahr 2012 werden 1,3% des Kapitals der größten norwegischen Unternehmen von Arbeitnehmern gehalten.3 Dieser Wert liegt deutlich unter dem europäischen Durchschnitt von 2,7%. In Frankreich etwa werden 4,5% des Kapitals der größten Unternehmen von Arbeitnehmern gehalten. Der späte Beginn des Ausbaus von finanziellen Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen geht jedoch einher mit einer überdurchschnittlichen Dynamik. Der Ausbau von finanziellen Mitarbeiterbeteiligungssystemen schreitet in Norwegen schneller voran als in anderen europäischen Ländern. In den Jahren 2007 und 2008 haben 40% der größten norwegischen Unternehmen neue Erfolgsbeteiligungsmodelle installiert (europäischer Durchschnitt: 36,6%).4

Wilke, Maack und Partner (2014) Länderberichte über finanzielle Mitarbeiterbeteiligung in Europa. Erstellt für www.worker-participation.eu. Die Berichte wurden erstmals 2007 veröffentlicht und 2014 vollständig aktualisiert.