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Finanzielle Mitarbeiterbeteiligung

In Norwegen wird die finanzielle Beteiligung von Arbeitnehmern an ihrem Unternehmen geringfügig steuerlich gefördert.

Typische Kapitalbeteiligungsprogramme in Norwegen sind in ihrer Struktur zumeist relativ einfach aufgebaut. Besondere steuerliche Vergünstigungen sind nur mit manchen Formen von Kapitalbeteiligungsprogrammen verbunden. Die Ausgabe von Kapitalbeteiligungen gilt als reguläres Einkommen. Einkommenssteuer und Sozialversicherungsbeiträge müssen daher entrichtet werden. Die Kapitalerträge und der Gewinn bei Verkauf der Kapitalbeteiligungen müssen mit der gewöhnlichen Rate von 28% versteuert werden. Wenn von einem Kapitalbeteiligungsprogramm alle Arbeitnehmer des Unternehmens profitieren, können 20% des Kapitalgewinns von der Steuer ausgenommen werden. Dabei ist es aus steuerlicher Sicht unschädlich, wenn zwischen den Arbeitnehmer Differenzierungen getroffen werden, die sich nach der Länge der Beschäftigung und der Einkommenshöhe richten. Der steuerliche Vorteil bei breit angelegten Kapitalbeteiligungsprogrammen ist für jeden Arbeitnehmer auf 1.500 Norwegische Kronen (etwa 185 Euro) im Jahr begrenzt.1

Wenn ein Unternehmen mehr als 50 Arbeitnehmer beschäftigt, ist es in Norwegen gesetzlich verpflichtet, die Arbeitnehmervertretung über finanzielle Mitarbeiterbeteiligungsprogramme zu informieren. Eine Informationspflicht kann darüber hinaus aus Tarifverträgen erwachsen.2

Wilke, Maack und Partner (2014) Länderberichte über finanzielle Mitarbeiterbeteiligung in Europa. Erstellt für www.worker-participation.eu. Die Berichte wurden erstmals 2007 veröffentlicht und 2014 vollständig aktualisiert.