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Polen  Polen

Länderfakten

Bevölkerung38,538,447
Tarifvertragliche Abdeckung 25%
Gewerkschaftlicher Organisationsgrad 12%
Hauptebene von Tarifverhandlungen

Unternehmen

Betriebliche Interessensvertretung

Gewerkschaft und Betriebsrat, aber die meisten Betriebsräte sind in gewerkschaftlich organisierten Betrieben zu finden

Unternehmensmitbestimmung

ja: staatliche und private Unternehmen

Unternehmensstruktur

dualistisch

Sources: see individual country sections; where a range of figures has been quoted, the lower number has been taken

Gewerkschaften

Polen verzeichnet mit rund 12 % einen relativ niedrigen gewerkschaftlichen Organisationsgrad. Die Gewerkschaftsmitglieder verteilen sich auf eine große Zahl von Gewerkschaften. Es gibt zwei große Gewerkschaftsbünde, NSZZ Solidarność und OPZZ, sowie einen etwas kleineren Gewerkschaftsbund, FZZ. Viele Gewerkschafter gehören kleinen lokalen Gewerkschaften an, die keinem Dachverband angeschlossen sind.

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Tarifverhandlungen

In Polen ist nur eine Minderheit von Arbeitnehmern durch Tarifvereinbarungen abgesichert. Die Tarifverhandlungen finden überwiegend auf Ebene der einzelnen Unternehmen oder Betriebe statt. Somit werden die Höhe des Arbeitsentgelts und die Arbeitsbedingungen in Betrieben, in denen keine Gewerkschaft vorhanden ist, um diese Verhandlungen zu führen, einseitig vom Arbeitgeber festgelegt, der sich dabei an den nationalen Mindestlohn halten muss.

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Betriebliche Interessensvertretung

Bis vor kurzem waren einzig und allein die Gewerkschaften gesetzlich befugt, die Interessen der Arbeitnehmer auf betrieblicher Ebene zu vertreten. In der Folge der Rechtsvorschriften zur Umsetzung der EU-Richtlinie über Unterrichtung und Anhörung, die die Einrichtung von Betriebsräten vorsehen, sind in vielen Unternehmen Betriebsräte eingesetzt worden. Ursprünglich konnten die Gewerkschaften in gewerkschaftlich organisierten Betrieben die Auswahl der Betriebsratsmitglieder maßgeblich beeinflussen, aber diese Vorrangstellung ist für verfassungswidrig erklärt worden. Die neuen Regeln schreiben vor, dass der Betriebsrat von der gesamten Belegschaft gewählt werden muss.

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Unternehmensmitbestimmung

Die polnische Gesetzgebung sieht eine Arbeitnehmervertretung in den Aufsichtsräten staatlicher und privatisierter Unternehmen vor, und in manchen staatlichen Unternehmen noch weiter reichende Befugnisse. Für private Unternehmen ist die Unternehmensmitbestimmung nicht vorgeschrieben.

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Europäische Interessensvertretung


In den meisten Fällen werden die polnischen Vertreter in den Gremien für Europäische Betriebsräte und Europäische Aktiengesellschaften von der Gewerkschaft bzw. von den Gewerkschaften gewählt. Dies gilt nicht für die Arbeitnehmervertreter im Leitungsorgan der SE, die von der gesamten Belegschaft gewählt werden.

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Vertretung im Bereich des Arbeitsschutzes

Der Arbeitgeber muss die von der betrieblichen Gewerkschaft (sofern eine solche vorhanden ist) gewählten Arbeitnehmervertreter zu Fragen des Arbeitsschutzes konsultieren. In Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten wird ein gemeinsamer Arbeitsschutzausschuss errichtet und in gewerkschaftlich organisierten Betrieben können so genannte „soziale Arbeitsinspektoren“ gewählt werden, die über weitreichende Befugnisse verfügen.

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Finanzielle Mitarbeiterbeteiligung

In Polen sind die verschiedenen Formen der finanziellen Mitarbeiterbeteiligung nicht sehr weit verbreitet. Kapitalbeteiligungen von Arbeitnehmern wurden hauptsächlich während der Privatisierungsphase nach 1990 praktiziert. Nach der Privatisierungswelle ging der Anteil der Kapitalbeteiligungen in Mitarbeiterhand wieder zurück. Der Rückgang verlief jedoch nicht so schnell und umfassend wie in anderen osteuropäischen Ländern.

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