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Portugal  Portugal

Länderfakten

Bevölkerung10,638,000
Tarifvertragliche Abdeckung 90%
Gewerkschaftlicher Organisationsgrad 19%
Hauptebene von Tarifverhandlungen

Branche – aber Verhandlungen auf Unternehmensebene sollen größere Bedeutung erhalten

Betriebliche Interessensvertretung

Gewerkschaft (und Betriebsrat)

Unternehmensmitbestimmung

ja: staatliche Unternehmen (Gesetz ist aber nicht umgesetzt)

Unternehmensstruktur

monistisch

Sources: see individual country sections; where a range of figures has been quoted, the lower number has been taken

Gewerkschaften

Da es an präzisen Daten mangelt, ist es schwierig, Angaben zur Zahl der Gewerkschaftsmitglieder in Portugal zu machen. Auch gibt es einen großen Unterschied zwischen den Mitgliederzahlen, die von den Gewerkschaften angegeben werden, und dem von der Regierung geschätzten gewerkschaftlichen Organisationsgrad. Die Beziehungen zwischen den beiden wichtigsten Gewerkschaftsbünden, CGTP-IN und UGT, waren ursprünglich konfliktreich, aber haben sich mittlerweile verbessert. Das portugiesische Gewerkschaftswesen ist komplex und umfasst nahezu 350 autonome Einzelgewerkschaften.

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Tarifverhandlungen

Tarifverhandlungen auf Branchenebene zwischen Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften bilden das wichtigste Element im portugiesischen Tarifsystem. Deutlich weniger Arbeitgeber schließen Tarifverträge auf Unternehmensebene ab. Traditionell gibt es in Portugal einen hohen Anteil tariflich abgesicherter Arbeitnehmer, was teilweise auch darauf zurückzuführen ist, dass Tarifverträge von der Regierung für allgemeinverbindlich erklärt werden. Dieser hohe Standard gerät aber angesichts im Zuge der Wirtschaftskrise eingeführter Änderungen unter Gefahr.

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Betriebliche Interessensvertretung

Theoretisch gibt es zwei Instanzen für die Wahrnehmung der Arbeitnehmerinteressen auf betrieblicher Ebene in den meisten Bereichen: die Gewerkschaftsvertreter im Betrieb und den gewählten Betriebsrat. In der Praxis sind Betriebsräte jedoch relativ selten und werden normalerweise nur in großen Unternehmen mit starken Gewerkschaften eingerichtet. Beide haben jedoch lediglich ein Recht auf Unterrichtung und Anhörung und können Entscheidungen der Unternehmensleitung nicht blockieren.

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Unternehmensmitbestimmung

Die portugiesische Verfassung verweist auf das Recht von Arbeitnehmern, Vertreter in die Leitungsorgane staatlicher Unternehmen und anderer öffentlich-rechtlicher Einrichtungen zu wählen. Dieses Recht wurde aber nie richtig implementiert. Die Möglichkeit, ein Mitglied des Vorstandes von den Arbeitnehmern wählen zu lassen, wurde zusätzlich im Jahr 1999 durch ein Gesetz abgeschafft. In der Privatwirtschaft gibt es keineUnternehmensmitbestimmung.

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Europäische Interessensvertretung

Alle portugiesischen Mitglieder der Gremien der Europäischen Betriebsräte und der Europäischen Aktiengesellschaften werden nach demselben Verfahren bestellt, nämlich im Einvernehmen zwischen dem Betriebsrat und den Gewerkschaften oder, in Ermangelung eines Betriebsrats, von den Gewerkschaften, sofern diese eine ausreichende Zahl von Beschäftigten vertreten.

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Gesundheitsschutz und Sicherheit

Employee safety, hygiene and health representatives are elected in all undertakings. These representatives must be elected directly by a secret ballot of all workers from lists put forward by the trade unions or at the initiative of at least 20% of the workers in the undertaking.

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Finanzielle Mitarbeiterbeteiligung

Die wichtigste Form der finanziellen Beteiligung in Portugal ist die Erfolgsbeteiligung. Kapitalbeteiligungsmodelle dagegen sind weniger verbreitet. Die finanzielle Mitarbeiterbeteiligung ist hauptsächlich im Zuge des Privatisierungsprozesses entstanden, insbesondere zwischen Ende der 80er und Mitte der 90er Jahre. Eines der Ziele dieses Prozesses bestand nämlich darin, „eine breite Beteiligung der portugiesischen Bevölkerung am Kapital privatisierter Firmen zu ermöglichen […].”1 Heutzutage scheint die finanzielle Mitarbeiterbeteiligung in der öffentlichen Diskussion keine besondere Bedeutung mehr zu haben.2

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