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Portugal  Portugal

Länderfakten

Bevölkerung10,542,398
Tarifvertragliche Abdeckung 92%
Gewerkschaftlicher Organisationsgrad 19%
Hauptebene von Tarifverhandlungen

Branche

Betriebliche Interessensvertretung

Gewerkschaft - theoretisch können auch Betriebsräte eingerichtet werden, sind aber selten

Unternehmensmitbestimmung

ja: staatliche Unternehmen

Unternehmensstruktur

monistisch

Sources: see individual country sections; where a range of figures has been quoted, the lower number has been taken

Gewerkschaften

Da es an präzisen Daten mangelt, ist es schwierig, Angaben zur Zahl der Gewerkschaftsmitglieder in Portugal zu machen. Auch gibt es einen großen Unterschied zwischen den Mitgliederzahlen, die von den Gewerkschaften angegeben werden, und dem von der Regierung geschätzten gewerkschaftlichen Organisationsgrad. Die Beziehungen zwischen den beiden wichtigsten Gewerkschaftsbünden, CGTP-IN und UGT, waren ursprünglich konfliktreich, aber haben sich mittlerweile verbessert. Das portugiesische Gewerkschaftswesen ist komplex und umfasst nahezu 350 autonome Einzelgewerkschaften.

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Tarifverhandlungen

Tarifverhandlungen auf Branchenebene zwischen Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften waren in der Vergangenheit das wichtigste Element im portugiesischen Tarifsystem. Deutlich weniger Arbeitgeber schließen Tarifverträge auf Unternehmensebene ab. Traditionell gibt es in Portugal einen hohen Anteil tariflich abgesicherter Arbeitnehmer, was teilweise auch darauf zurückzuführen ist, dass Tarifverträge von der Regierung für allgemeinverbindlich erklärt werden. Dieser hohe Standard gerät aber unter Gefahr angesichts im Zuge der Wirtschaftskrise eingeführter Änderungen.

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Betriebliche Interessensvertretung

Theoretisch gibt es zwei Instanzen für die Wahrnehmung der Arbeitnehmerinteressen auf betrieblicher Ebene in den meisten Bereichen: die Gewerkschaftsvertreter im Betrieb und den gewählten Betriebsrat. In der Praxis sind Betriebsräte jedoch relativ selten und werden normalerweise nur in großen Unternehmen mit starken Gewerkschaften eingerichtet. Beide haben jedoch lediglich ein Recht auf Unterrichtung und Anhörung und können Entscheidungen der Unternehmensleitung nicht blockieren.

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Unternehmensmitbestimmung

Nach den gesetzlichen Vorschriften haben Arbeitnehmer in Portugal das Recht, Vertreter in die Leitungsorgane staatlicher Unternehmen und anderer öffentlich-rechtlicher Einrichtungen zu wählen. Diese Vorschriften werden jedoch so implementiert, dass diese Vertreter nur eine beratende Funktion ausüben. In der Privatwirtschaft gibt es keine Unternehmensmitbestimmung.

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Europäische Interessensvertretung

Alle portugiesischen Mitglieder der Gremien der Europäischen Betriebsräte und der Europäischen Aktiengesellschaften werden nach demselben Verfahren bestellt, nämlich im Einvernehmen zwischen dem Betriebsrat und den Gewerkschaften oder, in Ermangelung eines Betriebsrats, von den Gewerkschaften, sofern diese eine ausreichende Zahl von Beschäftigten vertreten.

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Vertretung im Bereich des Arbeitsschutzes

In Portugal werden die Arbeitnehmerinteressen im Bereich des Arbeitsschutzes von gewählten Arbeitsschutzbeauftragten wahrgenommen. Sie treten monatlich mindestens einmal mit dem Arbeitgeber zusammen und müssen mindestens zweimal pro Jahr zu einer Vielzahl von Angelegenheiten schriftlich konsultiert werden. Der gemeinsame Arbeitsschutzausschuss aus Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern kann in Betrieben errichtet werden, in denen eine diesbezügliche Kollektivvereinbarung abgeschlossen wurde.

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Finanzielle Mitarbeiterbeteiligung

Die häufigste Form der finanziellen Beteiligung in Portugal ist die Erfolgsbeteiligung. Kapitalbeteiligungsmodelle dagegen sind weniger verbreitet. Die finanzielle Mitarbeiterbeteiligung ist hauptsächlich im Zuge des Privatisierungsprozesses Ende der 1980er bis Mitte der 1990er Jahre entstanden. Eines der politischen Ziele dieses Prozesses bestand darin, eine breite Beteiligung der portugiesischen Bevölkerung am Kapital privatisierter Firmen zu ermöglichen. Heutzutage scheint die finanzielle Mitarbeiterbeteiligung in der öffentlichen Diskussion keine besondere Bedeutung mehr zu haben.

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