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Schweden  Schweden

Länderfakten

Bevölkerung9,482,855
Tarifvertragliche Abdeckung 88%
Gewerkschaftlicher Organisationsgrad 70%
Hauptebene von Tarifverhandlungen

Branche – aber viel wird den Verhandlungen auf Unternehmensebene überlassen

Betriebliche Interessensvertretung

Gewerkschaft

Unternehmensmitbestimmung

ja: staatliche und private Unternehmen

Unternehmensstruktur

monistisch

Sources: see individual country sections; where a range of figures has been quoted, the lower number has been taken

Gewerkschaften

In Schweden ist der Anteil der gewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmer mit 70 % hoch, obwohl er im Vergleich zu 1995 (86 %) zurückgegangen ist. Es gibt in Schweden drei große Gewerkschaftsverbände, LO, TCO und Saco, die sich entsprechend der traditionellen Aufgliederung der schwedischen Arbeitnehmerschaft nach Berufs- und Bildungsgruppen voneinander abgrenzen, jedoch gut zusammenarbeiten.

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Tarifverhandlungen

Obwohl der Lohn für rund 90 % der Beschäftigten zumindest teilweise durch Verhandlungen auf lokaler Ebene festgesetzt wird und für weitere 11 % der Lohn ausschließlich lokal ausgehandelt wird, ist in Schweden die Branchenebene für die Tarifverhandlungen entscheidend. Insgesamt wird die große Mehrheit, nämlich 88 % der Beschäftigten, durch Tarifverträge gedeckt.

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Betriebliche Interessensvertretung

Die betriebliche Vertretung der Arbeitnehmer geschieht in Schweden durch die Gewerkschaftsvertreter in den Betrieben. Einen anderen Weg gibt es nicht. Der Arbeitgeber ist gesetzlich dazu verpflichtet, vor größeren Veränderungen die im Betrieb vertretenen Gewerkschaften zu unterrichten und mit ihnen zu verhandeln. Wie hier in der Praxis vorzugehen ist, wird in Schweden auf lokaler Ebene ausgehandelt, während es in anderen europäischen Ländern hierzu gesetzliche Vorgaben gibt.

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Unternehmensmitbestimmung

Die Arbeitnehmer sind im Leitungsgremium (Board) fast aller Unternehmen mit mehr als 25 Beschäftigten vertreten (Schweden hat ein monistisches Board-System). Es gibt zwei oder drei Arbeitnehmervertreter und sie stellen in den meisten Unternehmen rund ein Drittel der Board-Mitglieder. Sie werden von der Gewerkschaft ernannt und sind im Allgemeinen Schlüsselfiguren im Verhältnis zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern.

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Europäische Interessensvertretung

Die schwedischen Vertreter in Europäischen Betriebsräten und Europä­ischen Aktiengesellschaften werden, entsprechend der schwedischen Praxis auch auf anderer Ebene, von den lokalen Gewerkschaften bestimmt, die Verhandlungspartner des Unternehmens sind.

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Vertretung im Bereich des Arbeitsschutzes

In Schweden muss es in allen Betrieben mit mindestens fünf Beschäftigten einen oder mehrere Sicherheitsbeauftragte geben, die in der Regel von der Gewerkschaft bestellt werden. Sie sind befugt, bei ernster und unmittelbarer Gefahr die Arbeit zu unterbrechen. In größeren Betrieben ist ein gemeinsamer Sicherheitsausschuss einzurichten. Daneben gibt es in Schweden ein Netzwerk regionaler Sicherheitsbeauftragter - meist Gewerkschaftsfunktionäre - die für Betriebe zuständig sind, die keinen Sicherheitsausschuss haben.

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Finanzielle Mitarbeiterbeteiligung

Seit den 1960er Jahren ist in Schweden eine Diskussion über finanzielle Mitarbeiterbeteiligung zu beobachten. Beteiligungssysteme sind im europäischen Vergleich überdurchschnittlich weit verbreitet.

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