Home / Nationale Arbeitsbeziehungen / Länder / Slowenien / Unternehmensmitbestimmung

Unternehmensmitbestimmung

In größeren slowenischen Unternehmen gibt es eine Unternehmensmitbestimmung. In Unternehmen mit einer dualistischen Struktur stehen den Arbeitnehmervertretern zwischen einem Drittel und der Hälfte der Sitze im Aufsichtsrat zu. In Unternehmen mit einem monistischen Leitungsgremium haben sie Anspruch auf mindestens ein Drittel der Sitze.

 

Die slowenischen Arbeitnehmer haben ein Recht auf Mitbestimmung in allen Unternehmen, die zwei der folgenden drei Kriterien erfüllen: das Unternehmen hat 50 oder mehr Beschäftigte, sein Umsatz beträgt mindestens 8,8 Mio. Euro und das Gesellschaftsvermögen beläuft sich auf mindestens 4,4 Mio. Euro; dieses Recht gilt ferner in Banken, Versicherungsgesellschaften und börsennotierten Unternehmen.

 

In Slowenien können Unternehmen zwischen einer dualistischen Struktur (mit Aufsichtsrat und Vorstand) und einem monistischen Leitungsorgan wählen, wobei diese Wahl von ihrer Satzung abhängt. Bis 2006 hatten größere Unternehmen keine Wahl sondern mussten sich sowohl einen Aufsichtsrat als auch einen Vorstand geben.

 

In allen Unternehmen mit Aufsichtsrat, die die Kriterien für die Unternehmensmitbestimmung erfüllen, stellen die Arbeitnehmer zwischen einem Drittel und der Hälfte der Mitglieder – der genaue Anteil wird von den Unternehmen selbst festgelegt. In Unternehmen mit einer monistischen Struktur muss das Leitungsorgan mindestens einen Arbeitnehmervertreter und mindestens einen je drei Mitglieder umfassen. Der Vorsitzende kann jedoch kein Arbeitnehmervertreter sein, da seine Stimme bei Stimmengleichheit den Ausschlag gibt.

 

Die Arbeitnehmervertreter auf Leitungsebene werden sowohl im Aufsichtsrat als auch im monistischen System von den Betriebsräten unter den Beschäftigten des Unternehmens ernannt.

 

Außerdem haben die Arbeitnehmer in Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern (oder weniger, wenn dies zwischen Unternehmen und Betriebsrat so vereinbart wird) das Recht, einen Arbeitsdirektor vorzuschlagen, der für Personalfragen zuständig ist. In Unternehmen mit einer dualistischen Leitungsstruktur ist der Arbeitsdirektor Mitglied des Vorstands, in Unternehmen mit einer monistischen Struktur ist er Mitglied des Leitungsorgans. Der Arbeitsdirektor wird von den Anteilseignern auf Vorschlag des Betriebsrats ernannt. In der Praxis gibt es in Slowenien weniger als 30 dieser Arbeitsdirektoren.

 

L. Fulton (2013) Arbeitnehmervertretung in Europa. Labour Research Department und ETUI. Erstellt mit Unterstützung des SEEurope Netzwerks. Online-Publikation, verfügbar unter http://de.worker-participation.eu.