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Finanzielle Mitarbeiterbeteiligung

Auf nationaler Ebene haben die Gewerkschaften während des Privatisierungsprozesses an der Ausarbeitung der verschiedenen Formen der finanziellen Mitarbeiterbeteiligung mitgewirkt. Heute zeigen die Gewerkschaften zwar Interesse an der finanziellen Beteiligung der Arbeitnehmer, setzen sich aber nicht aktiv dafür ein.

 

Die Mitarbeiterkapitalbeteiligung spielte eine wichtige Rolle bei der Gründung der Nationalen Betriebsratsföderation (Munkástanácsok Országos Szövetsége), einer der Gewerkschaftsverbünde, die in der Transformationsphase entstanden sind. Der erste Betriebsrat wurde in einer Porzellanfabrik gegründet. Dieses Unternehmen fungierte auch als Prototyp für Mitarbeiterkapitalbeteiligungsprogramme. Die nationale Organisation setzte sich als Partner der ersten post-sozialistischen Regierung für die rechtliche Regelung der Mitarbeiterbeteiligungsprogramme ein.

 

Auf lokaler bzw. betrieblicher Ebene hatten sich die Gewerkschaften jedoch häufig passiv verhalten. Sie hatten meist für Belegschaftsübernahmen plädiert, aber bei der Organisation des Verfahrens keinerlei Rolle gespielt. In manchen Fällen hatten sich die Gewerkschaften vor Ort aber auch aktiv für Mitarbeiteraktien zu Vorzugsbedingungen und für ESOP-Übernahmen eingesetzt.

 

In keinem der betroffenen Unternehmen hatten die Gewerkschaften jedoch formal an der Implementierung der ESOP-Programme teilgenommen.

 

 

 

Heute setzen sich die Gewerkschaften trotz teilweise bestehenden Interesses nicht aktiv für eine finanzielle Beteiligung der Arbeitnehmer am Unternehmen ein.1

Wilke, Maack und Partner (2014) Länderberichte über finanzielle Mitarbeiterbeteiligung in Europa. Erstellt für www.worker-participation.eu. Die Berichte wurden erstmals 2007 veröffentlicht und 2014 vollständig aktualisiert.