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Länderfakten

Bevölkerung81,843,743
Tarifvertragliche Abdeckung 59%
Gewerkschaftlicher Organisationsgrad 18%
Hauptebene von Tarifverhandlungen

Branche

Betriebliche Interessensvertretung

Betriebsrat

Unternehmensmitbestimmung

ja: staatliche und private Unternehmen

Unternehmensstruktur

dualistisch

Sources: see individual country sections; where a range of figures has been quoted, the lower number has been taken

 Finnland

Unternehmensmitbestimmung

In Unternehmen mit mindestens 150 Beschäftigten haben die Arbeitnehmer ein Recht auf Mitbestimmung bei Entscheidungen der Geschäftsleitung. Zu diesem Zweck kann eine Vereinbarung zwischen dem Unternehmen und den Arbeitnehmervertretern abgeschlossen werden. Wenn keine solche Vereinbarung abgeschlossen wird, entscheidet das Unternehmen, auf welcher Ebene Arbeitnehmervertreter beteiligt werden: im Leitungsorgan des Unternehmens, in einem speziell hierfür eingerichteten Aufsichtsrat oder auf der Leitungsebene der einzelnen Geschäftseinheiten.

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Gewerkschaften

Der gewerkschaftliche Organisationsgrad in den 28 EU-Staaten und in Norwegen ist äußerst unterschiedlich und reicht von circa 70 % in Finnland, Schweden und Dänemark bis zu 8 % in Frankreich. Neben dem Organisationsgrad gibt es aber auch andere Indikatoren für die Fähigkeit der Gewerkschaften, die Arbeitnehmer zu mobilisieren. In den meisten Ländern ist die Zahl der Gewerkschaftsmitglieder in den letzten Jahren gefallen. In ein paar Ländern ist sie zwar gestiegen, aber nicht in demselben Maße wie die Zahl der Erwerbstätigen. In den meisten europäischen Ländern gibt es mehrere konkurrierende Gewerkschaftsbünde. Sie wurden meist auf der Grundlage unterschiedlicher politischer Ausrichtungen gegründet, die ideologischen Unterschiede dürften mittlerweile aber weniger wichtig geworden sein. Der Trend zu Fusionen – meist innerhalb und weniger zwischen Gewerkschaftsbünden – setzt sich fort und trägt dazu bei, die Gewerkschaftslandschaft neu zu gestalten.

Betriebliche Interessensvertretung

Auf der betrieblichen Ebene werden die Interessen der Arbeitnehmer vornehmlich von den Gewerkschaftsvertretern oder in Ermangelung dieser von gewählten Vertretern wahrgenommen und nicht durch gesetzliche Strukturen. In Unternehmen und anderen Organisationen mit 20 oder mehr Beschäftigten (bis 2007 Unternehmen mit 30 oder mehr Arbeitnehmern) verleiht die Gesetzgebung den Gewerkschaftsvertretern das Recht, an so genannten Kooperationsverhandlungen teilzunehmen.

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Tarifverhandlungen

Der Anteil der tarifvertraglich gedeckten Arbeitnehmer in den 28 EU-Staaten und Norwegen variiert zwischen weit über 90 % und 15 %. An der Spitze stehen Länder, die entweder einen hohen Anteil gewerkschaftlich organisierter Arbeitnehmer verzeichnen wie die nordischen Länder, oder solche, in denen gesetzliche Vorschriften für einen breiten Geltungsbereich der Tarifverträge sorgen. Am unteren Ende sind die Länder zu finden, in denen Verhandlungen auf Unternehmensebene dominieren. In einigen Ländern, etwa Belgien, Italien und Schweden, sind die verschiedenen Verhandlungsebenen miteinander verbunden, im Gegensatz zu Ländern wie Luxemburg oder Zypern, wo verschiedene Ebenen einfach nebeneinander bestehen. Insgesamt gesehen zeichnet sich ein Trend zur Dezentralisierung der Tarifverhandlungen ab, der durch die Krise weiter beschleunigt wurde.

Vertretung im Bereich des Arbeitsschutzes

Die Arbeitnehmervertretung im Bereich des Arbeitsschutzes erfolgt hauptsächlich durch gewählte Arbeitsschutzbeauftragte, in größeren Unternehmen ist auch ein Arbeitsschutzausschuss mit Vertretern der Arbeitnehmer und der Unternehmensleitung einzurichten. Die Beschäftigten sollen mit dem Arbeitgeber zusammenarbeiten, um den Gesundheitsschutz und die Sicherheit am Arbeitsplatz sicherzustellen, aber sie haben auch das Recht, bei unmittelbarer und ernster Gefahr die Arbeit zu unterbrechen.

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Tarifverhandlungen

Bis vor kurzem dominierten in Finnland zentralisierte Tarifverhandlungen. Diese führten zu einer nationalen Vereinbarung, die den Rahmen für Lohnerhöhungen auf den untergeordneten Ebenen vorgab. Im Rahmen der Lohnrunde 2007 schienen sich die Tarifverhandlungen dauerhaft auf die Branchenebene verlagert zu haben, mit zudem mehr Raum für Tarifverhandlungen auf Unternehmensebene. 2011 wurde dann wieder eine nationale Rahmenvereinbarung unterzeichnet, deren Geltungsbereich jedoch etwas enger gefasst ist als früher.

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Gewerkschaften

Der gewerkschaftliche Organisationsgrad ist hoch in Finnland, denn fast drei Viertel der finnischen Arbeitnehmer gehören einer Gewerkschaft an. Die einzelnen Gewerkschaften verfügen über eine erhebliche Autonomie und sind in drei Gewerkschaftsbünden zusammengeschlossen – SAK, STTK und AKAVA – welche die Arbeitnehmergruppen nach Kriterien wie Beruf und Bildungsstand organisieren.

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Europäische Interessensvertretung

Die Verfahren für die Bestellung der finnischen Vertreter in europäischen Gremien, d.h. sowohl in Europäischen Betriebsräten als auch in den Gremien der Europäischen Aktiengesellschaft, sind nicht in allen Einzelheiten gesetzlich geregelt. Die Vertreter werden von den Arbeitnehmern, das heißt in der Regel von den Gewerkschaftsvertretern im Betrieb gemäß den betrieblichen Verfahrensweisen und meist ohne spezifische Wahl bestellt. Auffangregelungen treten nur in Kraft, wenn keine Einigung über die Bestellungsweise erzielt werden kann.

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