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Unternehmensmitbestimmung

In Griechenland beschränkt sich die Unternehmensmitbestimmung auf wenige staatliche Unternehmen.

Es gibt keine Rechtsgrundlage für die Unternehmensmitbestimmung in der Privatwirtschaft. Eine Arbeitnehmervertretung gibt es nur in den Verwaltungsräten von Staatsbetrieben wie der Stromversorgungsgesellschaft, dem Unternehmen für Postdienstleistungen, der Nationalbank und der Eisenbahngesellschaft.

 

In diesen Unternehmen wählen die Beschäftigten in der Regel zwei Mitglieder in den Verwaltungsrat. In der Praxis sind es die politischen Fraktionen der Gewerkschaften, die die Kandidaten vorschlagen und im Betrieb für ihre Wahl werben. Ferner gehört dem Verwaltungsrat ein Mitglied des Wirtschafts- und Sozialausschusses (OKE) an, der normalerweise die Arbeitnehmerseite vertritt.

 

Infolge von Privatisierungsmaßnahmen ist die Zahl der Arbeitnehmervertreter in den Leitungsorganen der Unternehmen gesunken. Auch im Staatsunternehmen für Telekommunikation OTE gibt es nach der Privatisierung keine Arbeitnehmervertreter mehr im Verwaltungsrat. Angesichts der Beschleunigung des Privatisierungsprogramms im Rahmen des wirtschaftlichen Anpassungsprozesses und der Pläne der Regierung, die Unternehmensführung in staatlichen Unternehmen zu ändern, wird die Zahl der griechischen Unternehmen mit Unternehmensmitbestimmung vermutlich stark abnehmen. So gab es z.B. einen Arbeitnehmervertreter im Verwaltungsrat des staatlichen Rundfunks ERT, der im Juni 2013 den Betrieb eingestellt hat. Die Ersatzorganisation NERIT, die im Mai 2014 zum ersten Mal auf Sendung ging, hat keine Arbeitnehmervertreter im Verwaltungsrat.

L. Fulton (2015) Worker representation in Europe. Labour Research Department and ETUI. Produced with the assistance of the SEEurope Network, online publication available at http://www.worker-participation.eu/National-Industrial-Relations.