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Unternehmensmitbestimmung

In Unternehmen mit mindestens 150 Beschäftigten haben die Arbeitnehmer ein Recht auf Mitbestimmung bei Entscheidungen der Geschäftsleitung. Zu diesem Zweck kann eine Vereinbarung zwischen dem Unternehmen und den Arbeitnehmervertretern abgeschlossen werden. Wenn keine solche Vereinbarung abgeschlossen wird, entscheidet das Unternehmen, auf welcher Ebene Arbeitnehmervertreter beteiligt werden: im Leitungsorgan des Unternehmens, in einem speziell hierfür eingerichteten Aufsichtsrat oder auf der Leitungsebene der einzelnen Geschäftseinheiten.

Finnische Arbeitnehmer in Unternehmen mit mindestens 150 Beschäftigten haben das Recht, über ihre Vertreter an den wichtigen Entscheidungen des Unternehmens mitzuwirken.

 

Das Verfahren für die Mitbestimmung kann im Rahmen des Kooperationsverfahrens vereinbart werden. Diese Vereinbarung bedarf der Zustimmung von mindestens zwei der drei Arbeitnehmergruppen (Arbeiter, Angestellte und Führungskräfte), die zusammen die Mehrheit der Beschäftigten stellen müssen.

 

In Unternehmen, in denen keine derartige Vereinbarung abgeschlossen wird, und mindestens zwei der drei Arbeitnehmergruppen, die zusammen die Mehrheit der Arbeitnehmer im Unternehmen repräsentieren, dies beantragen, gelangen die gesetzlichen Vorschriften zur Unternehmensmitbestimmung zur Anwendung. Diesen Vorschriften zufolge haben die Arbeitnehmer das Recht, Vertreter in die Entscheidungsgremien zu entsenden. Die Entscheidung, ob die Mitbestimmung auf Ebene des Leitungsorgans des Unternehmens oder eines hierfür speziell eingerichteten Aufsichtsrats, oder auf Ebene der Leitungsgremien einzelner Geschäftseinheiten erfolgt, liegt jedoch beim Unternehmen.

 

Gemäß den gesetzlichen Vorschriften sind zwischen einem und vier Arbeitnehmervertreter – die Beschäftigte des Unternehmens sein müssen – zu ernennen. Sie können ein Fünftel der Mitglieder des Gremiums (dies entspricht einem Viertel der anderen Mitglieder) stellen, in dem sie vertreten sind. Die Arbeitnehmervertreter werden von den Arbeitnehmergruppen ernannt; falls diese sich nicht einigen können, wird eine Wahl zu diesem Zweck abgehalten. Sie haben die gleichen Rechte wie die anderen Mitglieder des Leitungsorgans oder Aufsichtsrats, aber kein Mitspracherecht bei Entscheidungen über Arbeitskämpfe sowie Gehälter und Arbeitsbedingungen und Einstellung bzw. Entlassung von Führungskräften.

 

Diese Regelung nach den gesetzlichen Vorschriften kann jederzeit durch eine Vereinbarung mit dem Unternehmen abgelöst werden, sofern die oben beschriebenen Voraussetzungen vorliegen.

L. Fulton (2015) Worker representation in Europe. Labour Research Department and ETUI. Produced with the assistance of the SEEurope Network, online publication available at http://www.worker-participation.eu/National-Industrial-Relations.