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Finanzielle Mitarbeiterbeteiligung

Mit dem Ende des ehemaligen Jugoslawiens endete auch die besondere Rolle einer einzigen großen Gewerkschaft unter Kontrolle der Kommunistischen Partei. Heute ist es in Unternehmen in Kroatien üblich, dass Mitarbeiter von einer Vielzahl von Gewerkschaften vertreten werden, welche jedoch in der Regel wenig Interesse zeigen, finanzielle Beteiligungsmodelle zu befördern oder einzufordern.

 

 

Heute existieren in Kroatien vier große Gewerkschaftsverbünde und eine Vielzahl kleinerer Vereinigungen und Gewerkschaften. Der Anteil von Mitarbeitern, die aktive Mitglieder in Gewerkschaften sind, liegt in Kroatien zwischen 20 und 50%. Im Zuge der Privatisierung haben die Gewerkschaften keinen großen Wert darauf gelegt, finanzielle Mitarbeiterbeteiligung in Unternehmen stärker einzufordern. Es gibt keine Tarifverträge, die Erfolgs- oder Kapitalbeteiligungen für die Beschäftigten vorsehen. Erst im Laufe der dritten Privatisierungsphase Anfang der 2000er Jahre sprachen sich einige Gewerkschaften und Gewerkschaftsführer für Kapitalbeteiligungsmodelle als Möglichkeit für die Privatisierung von Vermögenswerten des Staates aus. Finanzielle Beteiligungsmodelle werden von den großen Gewerkschaften heute weder abgelehnt noch befürwortet.1