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Finanzielle Mitarbeiterbeteiligung

Weder Kapitalbeteiligungs- noch für Erfolgsbeteiligungsmodelle werden in Kroatien durch finanzielle Anreize durch den Gesetzgeber gefördert. Die Privatisierungsgesetze waren für die Entwicklung von Kapitalbeteiligungsmodellen in Kroatien von Bedeutung.

 

 

Im Laufe des Transformations- und Privatisierungsprozesses seit den 1990er Jahren haben sich in Kroatien einige Mitarbeiter finanziell an ihrem Unternehmen beteiligt. Während der ersten Privatisierungsphase hatten Beschäftigte eines Unternehmens die Möglichkeit, Anteile an Unternehmen zu vergünstigten Bedingungen zu erwerben. Die Vergünstigung betrug dabei mindestens 20% und für jedes Jahr der vorhergehenden Beschäftigung in diesem Unternehmen wurde ein Prozentpunkt hinzugezählt. Die höchstmögliche Vergünstigung betrug 60%, die von dem Marktpreis abgezogen wurde. Bei Barbezahlung der Anteile wurde eine zusätzliche Vergünstigung in Höhe von 10% gewährt und die Bezahlung der erworbenen Anteile konnte auf bis zu fünf Jahre ausgedehnt werden. Trotz dieser günstigen Bedingungen erworben viele Beschäftigte keine Anteile an ihrem Unternehmen oder nur einen Teil der Anteile, die sie zu vergünstigten Bedingungen erhalten hätten. Ein Grund hierfür war die schlechte wirtschaftliche Lage vieler großer kroatischer Unternehmen zu dieser Zeit. Die Förderung wurde nach und nach eingestellt und das zweite Privatisierungsgesetz aus dem Jahr 1996 enthielt keine vergünstigten Bedingungen für Beschäftigte mehr. Nach dem Ende der Privatisierungsphase ist die Verbreitung von Kapitalbeteiligungsmodellen in Kroatien wieder zurückgegangen und liegt derzeitig im europäischen Vergleich auf niedrigem Niveau.

 

 

Im Bereich der Erfolgsbeteiligung gibt es in Kroatien keine speziellen rechtlichen Regelungen und auch keine (steuerlichen) Anreize für Unternehmen, solche Modelle zu befördern oder für Mitarbeiter, diese einzufordern.1 Insbesondere in großen Unternehmen gelten trotzdem für Führungskräfte häufig Erfolgsbeteiligungssysteme. In steuerlicher Hinsicht werden Erfolgsbeteiligungen in Kroatien wie ein Teil des Einkommens behandelt und entsprechend besteuert.

 

 

Genossenschaften

 

 

Genossenschaften werden insbesondere durch das Gesetz über Genossenschaften aus dem Jahr 1995, dem kroatischen Schuldrecht sowie Gesellschaftsrecht reguliert.2 Eine Genossenschaft muss in Kroatien aus mindestens drei natürlichen Personen bestehen und grundsätzlich hat jedes Genossenschaftsmitglied eine Stimme in der genossenschaftlichen Vollversammlung. Die Genossenschaftsmitglieder haften nur mit der Höhe ihrer Einlagen für die Verbindlichkeiten der Genossenschaft. Eine persönliche Haftung der Mitglieder ist grundsätzlich ausgeschlossen. Die Gewinne von Genossenschaften werden gemäß den Vereinbarungen der Genossenschaftsmitglieder unter ebendiesen aufgeteilt. Angestellte einer Genossenschaft sind in Kroatien im Regelfall nicht Mitglieder der Genossenschaft.

Wilke, Maack und Partner (2014) Länderberichte über finanzielle Mitarbeiterbeteiligung in Europa. Erstellt für www.worker-participation.eu. Die Berichte wurden erstmals 2007 veröffentlicht und 2014 vollständig aktualisiert.