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Finanzielle Mitarbeiterbeteiligung

In Schweden gibt es keine gesetzlichen Regelungen zur staatlichen Förderung direkter Beteiligungen von Mitarbeitern am Unternehmenserfolg.1 Gefördert wird der Transfer von Unternehmensgewinnen an spezielle, von den Arbeitnehmern bzw. den Mitarbeitervertretern eines Unternehmens gegründete sogenannte „Gewinnbeteiligungsstiftungen“. Die an die Stiftungen übermittelten Gelder dienen in erster Linie als Gratifikation für die Leistungen der Beschäftigten.2

Erfolgsbeteiligung in Form von Gewinnbeteiligungsstiftungen

Erfolgsbeteiligung spielt in schwedischen Unternehmen im europäischen Vergleich gesehen eine relativ große Rolle. Etwa ein Fünftel der Unternehmen beteiligt sich an solchen Modellen, hauptsächlich in Form von Gewinnbeteiligungsstiftungen.3 Seit 1981 reguliert ein Gesetz über Sozialabgaben die Einrichtung gesetzlicher Fonds, an die Unternehmen ihre Gewinne transferieren können. Diese werden durch Arbeitgeber- oder Arbeitnehmerrepräsentanten im Betrieb gegründet. Die Fonds der Stiftungen verfolgen das Ziel, den Beschäftigten eine Gratifikation für ihre Leistungen zukommen zu lassen, es besteht aber kein Anspruch auf Zuwendungen.4 Nach Ergebnissen der fünften Europäischen Erhebung über Arbeitsbedingungen (EWCS)5 aus dem Jahr 2010 erhalten 19,3% der Mitarbeiter in Schweden eine Gewinnbeteiligung. Die Daten für diese Erhebung wurden im Rahmen individueller Befragungen von Mitarbeitern in Unternehmen unterschiedlichster Größe erhoben. Damit befindet sich Schweden bei der Gewinnbeteiligung von Mitarbeitern im europäischen Vergleich im oberen Drittel und deutlich über dem europäischen Durchschnitt, der bei ca. 12,5-% liegt.

Ähnliche Ergebnisse zeigt der „European Company Survey“ aus dem Jahr 2009. Dieser Befragung von mehr als 27.000 Personalverantwortlichen in Europa zufolge bieten 24% der privaten Unternehmen in Schweden mit 10 oder mehr Beschäftigten ihren Mitarbeitern eine Gewinnbeteiligung an. Im europäischen Vergleich ist dieses ein deutlich überdurchschnittlicher Wert (Durchschnittswert der 30 untersuchten europäischen Länder: 14%). Der Verbreitungsgrad von Gewinnbeteiligungsmodellen steigt mit der Unternehmensgröße an. So hatten 23% der Unternehmen mit 10-49 Beschäftigten, 27% der Unternehmen mit 50-199 Mitarbeitern und 34% der Unternehmen mit 200 und mehr Beschäftigten ein Gewinnbeteiligungsmodell.6

Die Cranet-Studie aus dem Jahr 2011 kommt zu dem Ergebnis, dass in Schweden in 22% der Unternehmen (mit 100 und mehr Beschäftigten) Modelle von Erfolgsbeteiligungen existieren.7 Dies ist ein deutlich unterdurchschnittlicher Wert.8 Für die Studie wurden in 29 Ländern Personalverantwortliche zur Verbreitung von finanziellen Mitarbeiterbeteiligungsmodellen in ihren Unternehmen befragt.

Kapitalbeteiligung

Beteiligungsprogramme sind häufig im Führungskräftebereich zu finden.9 Breite Beteiligungsprogramme, die auf größere Personengruppen ausgerichtet sind, sind insbesondere im Bereich der Telekommunikations- und Informationstechnologie üblich.10

Nach den Ergebnissen des „European Company Survey“ bieten 11% der privaten schwedischen Unternehmen mit 10 oder mehr Beschäftigten ihren Mitarbeitern Modelle der Kapitalbeteiligung an. Damit liegt Schweden weit über dem europäischen Durchschnitt von etwas mehr als 5%.11 Diese Kapitalbeteiligungsmodelle nutzen dem EWCS aus dem Jahr 2010 zufolge 5,5%. Auch hier liegt Schweden über dem europäischen Durchschnitt von ca. 3%.12 Gemäß den Befunden des „Annual Economic Survey of Employee Ownership in European Countries 2012“ bieten 43% der größten Unternehmensgruppen in Schweden breit angelegte (Kapital-)Beteiligungsprogramme für die ganze Belegschaft an, der europäische Durchschnitt liegt hier bei 53,3%.13

Wilke, Maack und Partner (2014) Länderberichte über finanzielle Mitarbeiterbeteiligung in Europa. Erstellt für www.worker-participation.eu. Die Berichte wurden erstmals 2007 veröffentlicht und 2014 vollständig aktualisiert.