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Finanzielle Mitarbeiterbeteiligung

Im Jahr 2002 richtete das slowenische Wirtschaftsministerium eine Sachverständigengruppe ein, um besondere Vorschriften für finanzielle Beteiligungsprogramme zu erarbeiten. Der Vorschlag sah eine effizientere Organisation der aktuellen Kapitalbeteiligungsmodelle in slowenischen Unternehmen vor und lieferten die Grundlage für eine weiter reichende Beteiligung der Beschäftigten an den Unternehmenserfolgen und am Unternehmenskapital. Mitarbeiterkapitalbeteiligungs- sowie Erfolgsbeteiligungsprogramme sollten auf freiwilliger Basis durchgeführt werden.

Kapitalbeteiligung

Rund 90% der Unternehmen haben während der Privatisierungsphase bei der Eigentumsumwandlung die interne Verteilung der Anteile und die Übernahme durch Unternehmensangehörige als Hauptprivatisierungsmethode gewählt. Insgesamt wurden fast 40% des Kapitals während der Eigentumsumwandlung durch Unternehmensangehörige, das heißt Mitarbeiter (einschließlich Management) und ehemalige Mitarbeiter der Unternehmen und ihren Verwandten übernommen. In mehr als 300 Unternehmen (bzw. rund 24% aller privatisierten Unternehmen) erwarben Unternehmensangehörige mehr als 60% des Gesellschaftskapitals (20% über interne Verteilung und 40% durch interne Übernahme). Im Gegensatz dazu wurden in rund 80 Firmen (fast 6% aller Unternehmen), deren Kapital circa 30% des privatisierten Gesamtkapitals entsprach, nur 10% des Aktienkapitals des Unternehmens von Unternehmensangehörigen erworben.

Vor allem an kleinen, arbeitsintensiven Betriebe haben sich Unternehmensangehörige beteiligt.1 Wie hoch der Anteil des Insiderbesitzes letztendlich war, hing von der Kapitalkraft der Arbeitnehmer ab, die sich nach Faktoren wie finanziellen Zwängen und Firmengröße richtete, und von ihrer Bereitschaft zum Erwerb von Unternehmensanteilen.

Laut Ergebnissen der fünften Europäischen Erhebung über Arbeitsbedingungen (EWCS, 2010) bezüglich der Verbreitung finanzieller Beteiligungsprogramme in der EU bieten 4,2% der privatwirtschaftlichen Unternehmen Sloweniens mit 250 und mehr Beschäftigten Kapitalbeteiligungsprogramme an.2

Gemäß dem „European Company Survey“, einer Befragung von mehr als 27.000 Personalverantwortlichen in Europa aus dem Jahr 2009, bieten 7% der privaten Unternehmen in Slowenien mit 10 oder mehr Beschäftigten Kapitalbeteiligungsmodelle an. Der Durchschnittswert der untersuchten 29 europäischen Länder beträgt 5%.3 Den Befunden des „Annual Economic Survey of Employee Ownership in European Countries in 2012“ zufolge bieten 50% der größten Unternehmensgruppen in Slowenien breit angelegte (Kapital-)Beteiligungsprogramme für die ganze Belegschaft an (europäischer Durchschnitt: 53,3%).4

Erfolgsbeteiligung

Seit den frühen 1990er Jahren waren Unternehmen, die sich in gesellschaftlichem Besitz befanden, verpflichtet, 5% der Gewinne des Unternehmens an ihre Beschäftigten auszuschütten. Jedoch hatten im Jahr 2002 nur rund 7% der 41 großen slowenischen Unternehmen tatsächlich einen „Fonds für Eigenaktien“ für die Erfolgsbeteiligung ihrer Mitarbeiter eingerichtet.5 Rund 32% dieser Unternehmen sahen in ihrer Satzung die Möglichkeit einer Erfolgsbeteiligung vor, aber 22% der Unternehmen nahmen diese Möglichkeit nicht in Anspruch.

Dem „European Company Survey“ (ECS) zufolge bieten 14% der privaten Unternehmen Sloweniens mit 10 oder mehr Beschäftigten ihren Mitarbeitern eine Erfolgsbeteiligung an. Im europäischen Vergleich ist dieses ein durchschnittlicher Wert (Der Durchschnittswert der untersuchten 30 europäischen Länder beträgt 14%). Der Verbreitungsgrad von Gewinnbeteiligungsmodellen variiert leicht mit Zunahme der Unternehmensgröße. So haben in Slowenien 15% der Unternehmen mit 10-49 Beschäftigten, 8% der Unternehmen mit 50-199 Mitarbeitern und 12% der Unternehmen mit 200 und mehr Beschäftigten ein Gewinnbeteiligungsmodell.6 Laut den Ergebnissen der fünften Europäischen Erhebung über Arbeitsbedingungen (EWCS, 2010) bieten 20,9% der privatwirtschaftlichen Unternehmen Sloweniens mit 250 und mehr Beschäftigten Gewinnbeteiligungen an.7

Für die CRANET-Studie aus dem Jahr 2011 wurden in 29 Ländern Personalverantwortliche zur Verbreitung von finanziellen Mitarbeiterbeteiligungsmodellen in ihren Unternehmen befragt. Diese Studie kommt zu dem Ergebnis, dass in Slowenien in 35% der Unternehmen (mit 100 und mehr Beschäftigten) Modelle von Erfolgsbeteiligungen existieren.8 Dies ist durchschnittlicher Wert.

Genossenschaften

Es gibt nur sehr wenige Arbeitergenossenschaften. Ende 2003 beschäftigten Genossenschaften rund 1% der Arbeitnehmerschaft und erwirtschafteten circa 1% der Wertschöpfung. 9

Wilke, Maack und Partner (2014) Länderberichte über finanzielle Mitarbeiterbeteiligung in Europa. Erstellt für www.worker-participation.eu. Die Berichte wurden erstmals 2007 veröffentlicht und 2014 vollständig aktualisiert.