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Finanzielle Mitarbeiterbeteiligung

Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände unterstützen die finanzielle Beteiligung der Arbeitnehmer und ihre rechtliche Definition, aber vertreten in mehreren Punkten unterschiedliche Ansichten.

 

 

Die Arbeitgeber bestehen darauf, dass die finanzielle Mitarbeiterbeteiligung für beide Seiten – Arbeitnehmer und Arbeitgeber – freiwillig sein muss und zur Motivation der Beschäftigten beitragen sollte. Die Bestimmungen zur Nutzung steuerlicher Vorteile sollte für alle gelten. Aus der Sicht der Arbeitgeber darf die finanzielle Mitarbeiterbeteiligung nicht zu einer Erhöhung der Arbeitskosten führen. Die Gewerkschaften auf der anderen Seite plädieren wie die Arbeitgeber dafür, die finanzielle Beteiligung für Arbeitnehmer und Arbeitgeber auf freiwilliger Basis durchzuführen und Vereinbarungen über die finanzielle Mitarbeiterbeteiligung auf Unternehmensebene auszuhandeln. Aus gewerkschaftlicher Sicht dürfen Arbeitnehmern, die nicht an finanziellen Beteiligungsprogrammen teilnehmen möchten, keine Nachteile entstehen. Zudem müssen Belegschaftsaktionäre die gleichen Rechte genießen wie andere Aktionäre, etwa in Bezug auf Stimmrechte, das Recht, die Aktien auf dem Markt zu verkaufen usw. Die Gewerkschaften vertreten die Ansicht, dass die Teilnahme an derartigen Programmen nicht von der persönlichen Leistung abhängig gemacht werden darf und dass die Arbeitnehmer die Möglichkeit haben müssen, aus den Programmen auszusteigen.1

Die Union der freien Gewerkschaften Sloweniens (Zveza svobodnih sindikatov Slovenije, ZSSS) unterstützt die finanzielle Beteiligung der Arbeitnehmer. Sie plädiert für eine ausgewogene Kombination verschiedener Beteiligungsformen, die als komplementäre Instrumente eingesetzt werden. Die ZSSS zieht allerdings die Kapitalbeteiligung - als Faktor für die Wirtschaftsentwicklung - der Erfolgsbeteiligung vor. Der Gewerkschaftsverband Sloweniens Pergam (Konfederacija sindikatov Pergam Slovenije, Pergam) unterstützt Erfolgsbeteiligungen, weil sie unmittelbar Wirkung zeigen, während Kapitalbeteiligungen sich eher für Dienstleistungs- und hoch produktive Sektoren/Unternehmen eignen.2

Der Ausbau der finanziellen Mitarbeiterbeteiligung findet nicht nur unter den Sozialpartnern Zustimmung, sondern auch in der Politik.3 Dies wird insbesondere an den verschiedenen Gesetzesinitiativen deutlich, die über die Jahre zu diesem Thema in das slowenische Parlament eingebracht wurden.

 

Wilke, Maack und Partner (2014) Länderberichte über finanzielle Mitarbeiterbeteiligung in Europa. Erstellt für www.worker-participation.eu. Die Berichte wurden erstmals 2007 veröffentlicht und 2014 vollständig aktualisiert.