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Finanzielle Mitarbeiterbeteiligung

Spanische Gewerkschaften stehen Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen generell kritisch gegenüber. Sie werden aber in Einzelfällen akzeptiert, sofern die Beteiligung zusätzlich zum regulären Gehalt erfolgt und keine Entgeltbestandteile durch die Beteiligung ersetzt werden.

Die Sozialpartner haben das Gesetz von 1994, mit dem flexible finanzielle Beteiligungsprogramme unterstützt werden sollten, zwar unterzeichnet, aber in den folgenden Verhandlungsverfahren hat keiner von beiden Parteien darauf Bezug genommen. Sie scheinen nach wie vor nur wenig Interesse an der Erörterung finanzieller Beteiligungsprogramme zu haben.

Die Gewerkschaften ziehen reale Lohnerhöhungen vor und stehen neuen Vergütungsformen wie langfristigen Anreizplänen kritisch gegenüber. Dazu kommt, dass sie keine Beteiligungsmodelle akzeptieren wollen, wenn damit keine Stärkung der Mitbestimmungsrechte einhergeht. Diese negative Haltung gegenüber flexiblen Vergütungsformen ist in ihrer Tarifverhandlungstradition verankert.

Aber auch der spanische Dachverband der Arbeitgeberverbände zeigt sich zurückhaltend in Bezug auf langfristige Anreizprogramme. Einige Arbeitgeberverbände sind auch der Meinung, dass Kapitalbeteiligungsprogramme ein Lösungsbaustein für Unternehmen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten sein kann.

Wilke, Maack und Partner (2014) Länderberichte über finanzielle Mitarbeiterbeteiligung in Europa. Erstellt für www.worker-participation.eu. Die Berichte wurden erstmals 2007 veröffentlicht und 2014 vollständig aktualisiert.