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Unternehmensmitbestimmung

In staatlichen Unternehmen können die Beschäftigten für ein Drittel der Mitglieder des Aufsichtsrates Arbeitnehmervertreter entsenden. Das Recht, Mitglieder des Aufsichtsrates auch in zahlreichen Unternehmen der Privatwirtschaft zu stellen, wurde inzwischen aufgehoben.

In staatlichen Unternehmen gleich welcher Größe besteht der Aufsichtsrat zu einem Drittel aus Beschäftigten des Unternehmens, die von der Belegschaft gewählt werden. Die Wahlordnung wird von der Unternehmensleitung, ggf. im Einvernehmen mit den Gewerkschaften, festgelegt. Aufgabe des Aufsichtsrates ist es, die Geschäftsleitung zu überwachen, die das Tagesgeschäft führt.

 

Bis Januar 2014 hatten die Mitarbeiter in privatwirtschaftlichen  Aktiengesellschaften (a.s.) mit mindestens 50 Beschäftigten das Recht, ein Drittel der Aufsichtsratsmitglieder zu wählen. Mit einem im März 2012 verabschiedeten Gesetz wurde dieses Recht jedoch aufgehoben, wovon rund 2.800 Unternehmen betroffen sind[1]. Privatwirtschaftliche Unternehmen können zwar noch freiwillig einer Arbeitnehmervertretung im Aufsichtsrat zustimmen, und manche werden sich dafür entscheiden, die Verpflichtung für diese Unternehmen, Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat zu haben, besteht jedoch nicht mehr. Dort wo Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat vorhanden sind, bleiben sie bis zum Ende ihrer Mandatslaufzeit im Amt.

 

 

 

[1]  Zaměstnanci přijdou o právo koukat šéfům pod prsty (Employees lose the right to key an eye on the bosses) Novinky.cz , September 2013

http://www.novinky.cz/ekonomika/318657-zamestnanci-prijdou-o-pravo-koukat-sefum-pod-prsty.html  (Aufgerufen am 30.07.2014)

L. Fulton (2015) Worker representation in Europe. Labour Research Department and ETUI. Produced with the assistance of the SEEurope Network, online publication available at http://www.worker-participation.eu/National-Industrial-Relations.